In der charmanten Bergwelt von Zermatt, Täsch und Randa, wo die Luft klar und die Menschen ebenso vielfältig sind wie die Sprachen, die man hier hört, hat sich ein Netzwerk junger Berufsleute etabliert: «Iischi Next Gen». Die Mitglieder Sarina Zumtaugwald, Max Cotting und Alessandro Grand bringen frischen Wind in die Gastronomie und setzen sich intensiv mit der Teamarbeit in multikulturellen Gruppen auseinander. Was dabei herauskommt, ist mehr als nur ein paar gut gemeinte Ratschläge – es ist eine echte Strategie, um das Miteinander zu verbessern.
Sarina Zumtaugwald hebt die Bedeutung der «Worry Hour» hervor, die einmal im Monat stattfindet. In diesem offenen Raum wird diskutiert, was einem auf der Seele brennt. Kritik an Strategien ist hier nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Das Ziel? Vertrauen und gegenseitiges Verständnis stärken, denn in einem multikulturellen Team ist das das A und O. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, sei es beim Curling oder bei einem entspannenden Apéro, tragen ebenfalls dazu bei, die Dynamik im Team zu festigen. Man könnte fast sagen, beim Team-Building wird hier auch die Liebe zum Genuss zelebriert.
Respekt und Humor als Fundament
Max Cotting wiederum betont, dass gegenseitiger Respekt das Fundament eines jeden Teams bildet. In Zermatt, wo Deutsch, Englisch und Französisch aufeinandertreffen, kann es schon mal zu Missverständnissen kommen – besonders wenn Humor ins Spiel kommt. Komischerweise kann ein Scherz schnell in die falsche Kehle geraten. Max hat die Erfahrung gemacht, dass direkte Gespräche bei Konflikten helfen, aber auch Pausen manchmal Gold wert sind, wenn die Emotionen hochkochen. Sein Aufenthalt in Südafrika hat ihm gezeigt, wie wichtig Respekt ist, um Verbundenheit im Team zu schaffen.
Alessandro Grand ergänzt, dass Humor und offene Kommunikation auch im Restaurant «Marmo» eine zentrale Rolle spielen. Hier wird oft nonverbal kommuniziert, wobei Englisch die gemeinsame Sprache ist. Ein gutes Onboarding und regelmäßige Meetings sind für ihn unerlässlich, um Erwartungen klarzustellen. Humor hilft, Spannungen abzubauen und die Stimmung aufzulockern. Gespräche über gemeinsame Interessen? Ein absoluter Hit! Das fördert das Miteinander und lässt die Menschen näher zusammenrücken.
Interkulturelle Kompetenz – ein Muss für die Zukunft
Die Herausforderungen in multikulturellen Teams sind nicht zu unterschätzen. Eine aktuelle Studie, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) und NetExpat durchgeführt wurde, zeigt, dass 99 % der befragten Unternehmen interkulturelle Agilität als extrem wichtig erachten. Dabei geht es nicht nur um das Verständnis anderer Kulturen, sondern auch um die Fähigkeit, empathisch zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen. Das ist in der Gastronomie, wo Teamarbeit und Kundenkontakt Hand in Hand gehen, besonders relevant.
Über 60 % der Führungskräfte sehen effektive Kommunikation als größte Herausforderung in multikulturellen Teams. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass in der Gastronomie oft Stress und hohe Erwartungen herrschen. Die Studie zeigt außerdem, dass interkulturelles Training für alle Mitarbeitenden zugänglich sein sollte – und viele Unternehmen tun bereits etwas dafür. Eine wachsende Nachfrage nach Schulungen, die kollaborativer und immersiver gestaltet werden, deutet darauf hin, dass die Branche auf dem richtigen Weg ist.
Ein wenig Humor, viel Respekt und die Bereitschaft, voneinander zu lernen – das sind die Zutaten, die nicht nur in der Gastronomie, sondern auch in jedem multikulturellen Team zum Erfolg führen können. Und vielleicht ist das der Schlüssel, um auch zukünftige Herausforderungen in der Hotellerie und Gastronomie zu meistern. Denn letztendlich sind es die Menschen, die den Unterschied machen.