Ein aufregendes Kapitel der Geschichte des Brau- und Gaststättengewerbes in Freising wurde kürzlich in einer 17-bändigen Quellensammlung beleuchtet, die im Stadtarchiv vorgestellt wurde. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, Geschichtsreferent Guido Hoyer, Stadtarchivar Florian Notter und Heimatforscher Hermann Bienen präsentierten die umfangreiche Sammlung, die die Bedeutung der Gaststätten und Brauereien in Freising über die Jahrhunderte hinweg dokumentiert. Laut Merkur hat Bienen vor 25 Jahren seine Recherchen begonnen, ursprünglich um den Familienstammbaum seiner Frau zu erforschen. Doch schnell entwickelte sich die Suche zu einer umfassenden Erkundung der historischen Gaststätten und Brauereien der Stadt.
Hermann Bienen entdeckte während seiner Erkundung, dass viele Brauereibesitzer und Wirte miteinander verwandt waren, was seine Neugier weckte. Seine Recherchen führten ihn durch zahlreiche Archive, Gewerbeakten und Kirchenbücher, und er fand sogar Postkartensammlungen, die spannende Einblicke in die Vergangenheit gaben. In dieser beeindruckenden Sammlung werden rund 11.000 persönliche Geschichten von Menschen dokumentiert, die im Gastgewerbe arbeiteten und deren Schicksale zum Teil bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen.
Eine Quelle für die Forschung
Die Quellensammlung ist nicht nur für Geschichtsinteressierte von Bedeutung. Sie beinhaltet auch Baupläne und historische Texte, wie etwa vom bekannten Furtnerbräu. Diese wertvollen Informationen sind im Stadtarchiv Freising einsehbar und bieten eine einzigartige Gelegenheit, in die Geschichte des Freisinger Gaststättengewerbes einzutauchen.
Die Onlinearchive, die während der Recherche zum Einsatz kamen, haben den Forschern viel Zeit gespart – und so konnten drei Jahre an Forschungszeit verkürzt werden. Eine wahre Erleichterung, die die Erkundungen deutlich effizienter machte.
Was gibt es sonst im Stadtarchiv?
Das Stadtarchiv Freising birgt jedoch nicht nur die umfangreiche Sammlung zur Gaststättengeschichte. Kürzlich wurde auch eine gedruckte Ergebnisliste der Pferderennen vom 19. April 1812 gefunden. Diese interessante Entdeckung zeigt die Vielfalt der historischen Dokumente, die im Archiv zur Verfügung stehen. In der Ergebnisliste findet sich der Name von Franz Xaver Krenkl, der 14 Mal das berühmte Oktoberfest-Pferderennen gewann. Sein einprägsamer Spruch gegenüber Kronprinz Ludwig, den er auf der Überholspur im Englischen Garten tätigte, „Majestät, wer ko, der ko“, dürfte vielen im Gedächtnis geblieben sein. Diese historischen Einblicke verdeutlichen, wie vielfältig die Geschichte Freisings ist und welchen Reichtum das Stadtarchiv bietet, wie auch freising.de berichtete.
Es lohnt sich auch, die wissenschaftlichen Arbeiten von Hermann Bienen zur Geschichte der Freisinger Brauereien zu entdecken. Unter anderem hat Bienen in einem Aufsatz die Familie und die Geschichte der Hofweber’schen Brauerei beleuchtet, die im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte. Seine Publikationen erscheinen in verschiedenen Fachzeitschriften und sind dort für Interessierte zugänglich, wie Stadtheimatpflege hervorhebt.
Die Geschichte des Freisinger Brau- und Gaststättengewerbes ist reich an Geschichten, die nicht nur für Historiker, sondern auch für jeden, der sich für die lokale Kultur interessiert, faszinierend sind. Die Quellensammlung steht im Stadtarchiv bereit, und wir können nur empfehlen, einen Blick hineinzuwerfen und die Schätze der Vergangenheit zu erkunden!



