Die Arbeitslosenzahlen im Kanton Bern zeigen zum Ende des Monats Juni 2025 einen erfreulichen Rückgang. Mit 10’949 arbeitslosen Personen wurde ein Abbau von 307 Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat verzeichnet. Dies entspricht einer senkung der Arbeitslosenquote von 2,0 auf 1,9 Prozent, wie die bernische Wirtschaftsdirektion mitteilt. Besonders bemerkenswert ist die positive Entwicklung im Baugewerbe, wo sich die Lage deutlich entspannt hat. Auch im Gastgewerbe ist ein Rückgang zu spüren, wenn auch weniger stark als im langfristigen Durchschnitt. Diese Entwicklungen sind ein Lichtblick für die Wirtschaft der Region.
Die sanfte Rückkehr zur Normalität spiegelt die saisonale Dynamik wider, die in dieser Zeit des Jahres typischerweise Aufschwung im Bau- und Gastgewerbe zeigt. In sieben von zehn Verwaltungskreisen konnte die Arbeitslosenzahl zurückgehen, während sie in den restlichen Kreisen stabil blieb oder leicht anstieg. Das Spektrum der Arbeitslosenquote variiert nach wie vor erheblich und reicht von 0,6 Prozent im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen bis zu 4,1 Prozent im Berner Jura und Biel/Bienne. Wie Plattform J berichtet, spiegelt dies die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen in diesen Region wider.
Saisonale Schwankungen im Überblick
Die saisonalen Effekte zeigen sich insbesondere in den Monaten der Ferienzeit, wo typischerweise ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Branche Erziehung und Unterricht verzeichnet wird. Das hat auch zur Erhöhung der Arbeitslosenzahlen in dieser Branche beigetragen. In der restlichen Wirtschaft hingegen blieb die Lage stabil oder die Arbeitslosigkeit trat zurück, was ein positives Signal für die langfristige Stabilität der Arbeit in der Region ist.
Ein Blick auf die Gesamtlage in der Schweiz zeigt, dass die Arbeitslosenquote leicht auf 2,6 Prozent gestiegen ist, nachdem sie im Monat zuvor bei 2,5 Prozent lag. Dies ist vorwiegend auf saisonale Faktoren zurückzuführen. In heirzu zeigt ein Leserbrief auf Nau, dass vor allem das Baugewerbe und das Gastgewerbe von saisonalen Effekten betroffen sind. Hier gab es signifikante Anstiege in der Zahl der Arbeitslosen von 17 Prozent im Bau- und 9,4 Prozent im Gastgewerbe.
Ein Blick in die Zukunft
Die Prognosen für die kommenden Monate sind durchwachsen. Für 2024 rechnet das Seco mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von etwa 2,4 Prozent. Kurzarbeit bleibt ebenfalls ein Thema: Im Dezember 2024 wurden Voranmeldungen zur Kurzarbeit genehmigt, die zahlreiche Beschäftigte betreffen. Auch für das kommende Jahr könnte die Zahl der Kurzarbeiter wieder ansteigen, was die Unsicherheiten im Beschäftigungsmarkt widerspiegelt. Die Spannweite der Arbeitslosigkeit bleibt weiterhin ein Indikator für die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit starken regionalen Unterschieden.
Insgesamt bleibt die Situation sowohl in Bern als auch im Rest der Schweiz dynamisch. Die positiven Trends im Bau- und Gastgewerbe lassen auf eine Erholung der Wirtschaft hoffen, während saisonale Einflüsse und strukturelle Herausforderungen die Aufmerksamkeit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer weiterhin erfordern werden. So bleibt es spannend zu beobachten, welche Entwicklungen die nächsten Monate bringen werden.



