In einer aktuellen Initiative legt die Industrie- und Handelskammer (IHK) einen Forderungskatalog vor, der die Interessen von rund 7.500 Unternehmen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen vertreten soll. Dies geschieht im Vorfeld der bevorstehenden Kommunalwahlen, die von Mitte April bis Mitte Mai stattfinden. Der Regionalausschuss der IHK, unter der Leitung von Katrin Eißler, sieht sich als parteipolitisch neutral und hat sich stark mit den Anliegen des lokalen Gewerbes beschäftigt. Besonders im Fokus steht die dringend benötigte Stabilität der Gewerbesteuern und die wirtschaftliche Lage im Landkreis, die als angespannt beschrieben wird. Eine spürbare Kaufzurückhaltung unter den Unternehmen ist nicht zu übersehen, was die IHK in ihrem Katalog klar anspricht. Laut Merkur ist der Gewerbesteuerhebesatz in Garmisch-Partenkirchen und Murnau mit 400 Prozent vergleichsweise hoch.
Andreas Korn von der IHK appelliert eindringlich an die Kommunalpolitiker, keine Erhöhung der Gewerbesteuer vorzunehmen. Er betont, dass eine solche Maßnahme Investitionen gefährden könnte, was für die lokale Wirtschaft katastrophale Folgen haben würde. Diese Erhöhung hat direkt Auswirkungen auf die Berechnung der Gewerbesteuer, die auf dem Gewerbeertrag basiert. Der Gewerbeertrag wird aus dem Jahresergebnis nach Einkommen- oder Körperschaftsteuergesetz ermittelt und unterliegt spezifischen Hinzurechnungen und Kürzungen, wie IHK München erklärt.
Wickel um die Wirtschaft
Ein zentraler Punkt des Forderungskatalogs ist die Fachkräftesicherung. Gerade in der Hotellerie, wo qualifiziertes Personal oft hoch im Kurs steht, ist dies ein entscheidender Faktor. Die Unternehmen sind gefordert, sich hier durch innovative Konzepte und attraktive Arbeitsbedingungen abzuheben. Doch nicht nur das Personal, auch die Verkehrsinfrastruktur muss verbessert werden. Eine zentrale Koordinierungsstelle für Bauprojekte wird gewünscht, um die langen Wartezeiten bei Baugenehmigungen zu minimieren und somit das wirtschaftliche Umfeld zu optimieren.
Zusätzlich thematisiert der Katalog die Notwendigkeit einer modernen Verwaltung mit deutlich weniger Bürokratie. Unternehmen haben im Durchschnitt etwa 200 Kontakte mit Behörden pro Jahr, was als belastend empfunden wird. Die IHK fordert daher eine serviceorientierte, transparente und wirtschaftsfreundliche Verwaltung, ähnlich dem RAL-Gütesiegel „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“. Hier sieht die IHK großes Verbesserungspotential, das dringend angegangen werden muss.
Gemeinsame Sache
Katrin Eißler, als Leiterin des IHK-Regionalausschusses, äußert sich optimistisch über den künftigen Gemeindeverwaltungschef Daniel Schimmer und Landrat Anton Speer, die beide als wirtschaftsaffin wahrgenommen werden. Die bevorstehenden Wahlen für den IHK-Regionalausschuss sind entscheidend für die zukünftige Entwicklung im Landkreis. 23 Unternehmer bewerben sich um 15 Sitze, und zwei Kandidaten kämpfen um einen Platz in der IHK-Vollversammlung. Die konstituierende Sitzung des neuen IHK-Regionalgremiums ist für den 17. Juni angesetzt, und die Amtsperiode wird bis Mitte 2031 dauern.
Es bleibt abzuwarten, wie die neu gewählten Vertreter auf die Herausforderungen reagieren und ob sie den Appellen der IHK nachkommen werden. Der Druck auf die lokale Politik, die Weichen für eine wirtschaftlich gesunde Zukunft zu stellen, ist da. Es wäre an der Zeit, die Sorgen und Nöte der Gewerbetreibenden ernst zu nehmen und die notwendigen Schritte einzuleiten, um den Landkreis Garmisch-Partenkirchen als Standort attraktiver zu machen.



