Eine frische Brise weht durch die deutsche Gastronomie – und das nicht nur sprichwörtlich. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat die neuen Gefahrtarife für 2025 veröffentlicht, was einige positive Veränderungen mit sich bringt. Für alle gastgewerblichen Betriebe heißt das: Die durchschnittlichen Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung werden um etwa vier Prozent sinken, trotz eines nominalen Anstiegs des Beitragsfußes auf 0,3334 je 100 Euro Entgelt. Der Vorschuss-Beitrag liegt bei 0,3210, wie Tageskarte.io berichtet.
Doch nicht nur die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in der Branche ist 2025 auf 65.739 Fälle gesunken und damit um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist ein erfreulicher Trend, der belegt, dass die neue Präventionsarbeit innerhalb des Gastgewerbes Wirkung zeigt. Zwischen 2019 und 2025 sank die Zahl der Arbeitsunfälle sogar um beeindruckende 20,1 Prozent.
Herausforderungen im Gesundheitswesen
Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Aufwendungen der BGN für Entschädigungsleistungen sind im Jahr 2025 auf 557,3 Millionen Euro gestiegen, was einem Anstieg um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen werden als eine wichtige Ursache für die erhöhten Ausgaben genannt. So kostete eine ambulante Heilbehandlung im vergangenen Jahr rund 147.300 Euro. Bei stationären Behandlungen galten sogar Gesamtkosten von bis zu 362.000 Euro.
Über 3,8 Millionen Beschäftigte in mehr als 380.000 Betrieben sind bei der BGN versichert, was die immense Bedeutung dieser Versicherung für die Branche unterstreicht. Das gastgewerbliche Unternehmen, in dem über 2 Millionen Menschen arbeiten, leistet nicht nur einen erheblichen Beitrag zum Umsatz von rund 80 Milliarden Euro netto jährlich, sondern hat auch eine Verantwortung, wenn es um Sicherheit und Gesundheitsschutz geht.
Präventive Maßnahmen und Unterstützung
Die BGN hat es sich zur Aufgabe gemacht, die branchenspezifische Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten voranzutreiben. Diese Thematik gewinnt immer mehr an Bedeutung, was auch die Erkenntnisse über die jährlich rund 70.000 Unfälle in gastgewerblichen Betrieben belegen. Etwa 30.000 dieser Vorfälle müssen gemeldet werden. Ein zentrales Anliegen des Fachbereichs Nahrungsmittel, insbesondere des Sachgebiets Gastgewerbe, ist die Entwicklung von Sicherheits- und Gesundheitsschutzrichtlinien. Dipl.-Ing. (FH) Rolf Schwebel leitet dieses Sachgebiet, dessen Beratungsleistungen für Unternehmer und alles Beteiligte von essentiellem Wert sind.
Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung und die präventiven Maßnahmen zeigt, dass sowohl die Sicherheit der Beschäftigten als auch die wirtschaftliche Stabilität der Branche eng miteinander verbunden sind. Die BGN ist seit 1885 die gesetzliche Unfallversicherung für das Hotel- und Gastgewerbe und zeigt, dass mit einem guten Händchen und konsequenter Prävention langfristig nicht nur Menschenleben geschützt, sondern auch finanzielle Ressourcen gespart werden können.
In diesem Sinne wird die Gastronomie auch in Zukunft auf eine gute Basis für die Sicherheit der Mitarbeiter angewiesen sein, um sich weiter zu entfalten. Wer sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, kann präventiv viel erreichen und so das Gastgewerbe eine noch sichere Zukunft bescheren.



