Die Hotellerie in Europa zeigt sich heute optimistisch, doch tritt gleichzeitig eine Reihe von Herausforderungen deutlich zu Tage. Laut dem aktuellen europäischen Beherbergungsbarometer von Booking.com, das in Zusammenarbeit mit Statista erstellt wurde, sind sage und schreibe 63% der Betriebe zuversichtlich, was die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten betrifft. Diese positive Stimmung stimmt nachdenklich, da sie die düsteren Tiefpunkte von 2022 hinter sich lässt. Dennoch steht die Branche vor einem besonderen Dilemma: Obwohl 62% der Betriebe ihr Investitionsniveau beibehalten möchten, kämpfen viele mit einem Mangel an qualifizierten Fachkräften und digitalen Kompetenzen.

In den letzten Jahren hat sich der Fachkräftemangel zum Dreh- und Angelpunkt vieler Gespräche entwickelt. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 47% der Betriebe den Mangel an notwendigen Fähigkeiten oder Erfahrungen als großes Einstellungshemmnis empfinden. Der Druck ist groß, denn die Herausforderungen bei der Besetzung von Führungspositionen sind erheblich. Besonders kleinere und unabhängige Hotels sind betroffen, was die digitale Kluft zunehmend vergrößert. So berichten 53% der Unterkünfte von einem Mangel an technischem Fachwissen, was die Umsetzung neuer digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) erschwert. Dies stellt eine erhebliche Hürde dar, bei der 61% der Betriebe mit hohen Implementierungskosten und 58% mit der Komplexität der Integration zu kämpfen haben.

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Fachkräftemangel als Hauptthema

Die Herausforderung des Fachkräftemangels verleiht dem Thema zusätzliche Brisanz. Über 70% der Hoteliers berichten von einem Anstieg der Überstunden und 43% klagen über Umsatzverluste und abgelehnte Aufträge, gleichgültig der Fortschritte in der Digitalisierung. Mit 50% der befragten Hoteliers, die von starken Auswirkungen des Personalmangels berichten, ist dies ein klarer Indikator für strukturelle Probleme in der Branche. Fast ein Drittel der Hoteliers musste sogar mehr Ruhetage einführen, um den Druck zu verringern.

Ein Blick auf die Zahl der Bewerber für Ausbildungsstellen in der Hotellerie zeigt, dass von 33.000 im Jahr 2009 nur noch 12.000 im Jahr 2022 Interesse zeigen. Die unbesetzten Ausbildungsstellen in der Systemgastronomie liegen mittlerweile bei über 18%, während bei Kaufleuten für Hotelmanagement dieser Wert sogar 21,5% erreicht. Hier gibt es Handlungsbedarf, um Berufe attraktiver zu gestalten und qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren. Die Empfehlung lautet, das Engagement in der Berufsorientierung zu verstärken und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Digitalisierung als Schlüssel zur Entlastung

Digitalisierung hat in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs an Bedeutung erfahren. Hoteliers erkennen die Notwendigkeit, digitale Dienstleistungen nicht nur als kurzfristige Lösung zu betrachten, sondern als langfristige Strategie für ihre Betriebe. 66% der Hoteliers sehen digitale Services auch nach der Pandemie als äußerst wichtig an, neben den klassischen Bereichen wie Gastkommunikation und Energiemanagement. Ein Drittel plant, in digitale Gästemappen zu investieren, während 50% Priorität auf digitale Check-In- und Check-Out-Lösungen legen.

Das digitale Zeitalter hat also nicht nur neue Möglichkeiten eröffnet, sondern auch den Druck auf die Traditionsunternehmen der Branche erhöht, innovative Lösungen anzunehmen. Entgegen der Herausforderungen stehen die Chancen auf den Einsatz von KI im Marketing und Kundenservice, was ein großer Schritt in die Zukunft sein könnte. Dennoch wird es entscheidend sein, diese Technologien nicht nur zu implementieren, sondern sie auch effektiv zu nutzen.

Ein spannendes Bild zeichnet sich, wenn wir die verschiedenen Regionen in Europa betrachten. Südeuropa zeigt sich optimistisch, hingegen ist der Blick in Mittel- und Nordeuropa deutlich verhaltener. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die kommende Hauptreisesaison auswirken werden und ob die Herausforderungen in der Fachkräftegewinnung und Digitalisierung bewältigt werden können. Carlo Olejniczak, VP & Managing Director, EMEA bei Booking.com, hat es treffend auf den Punkt gebracht, indem er die Herausforderungen vielschichtig beschreibt – es ist an der Zeit, für die Zukunft der Hotellerie proaktiv zu handeln.