In der Welt der Hotellerie dreht sich alles um Zahlen – das empfindet zumindest ein Hotelmanager eines Markenhotels in der Schweiz, der 120 Zimmer und 90 Mitarbeitende betreut. In einem aufschlussreichen Gespräch schilderte er, wie sehr er sich wie ein Buchhalter fühlt. Er verbringt einen Großteil seiner Zeit mit Excel-Tabellen und Statistiken und bemerkt den starken Fokus seines Konzerns auf finanzielle Kennzahlen. «Budgeteinhaltung», «Kostensteigerungen im F&B-Bereich» und andere Finanzparameter werden als maßgeblich erachtet, während es um Positionierung und Gastfreundlichkeit still bleibt. [Hotelinside] berichtet, dass diese einseitige Betrachtung des Erfolgs in der Hotellerie besorgniserregend ist.
Was geschieht mit den Aspekten, die einen Hotelaufenthalt tatsächlich unvergesslich machen? Der Manager kritisiert, dass Faktoren wie attraktive Arbeitsplätze und die Zufriedenheit der Gäste für die Konzernführung häufig irrelevant sind. Die Folge ist ein immer größer werdender Druck zur Zahlenerfassung, auch in der privaten Hotellerie. Für ihn und viele Branchenkollegen spiegelt der Erfolg einer Unterkunft jedoch nicht bloß den Umsatz wider. Er drückt sich vielmehr in den Erinnerungen und Beziehungen aus, die zwischen Gästen und hotellerie entstehen.
Die Rolle der Nachhaltigkeit
Ein wichtiger Trend, der in der Hotellerie nicht ignoriert werden kann, ist der Fokus auf Nachhaltigkeit. Immer mehr Hotels setzen innovative Maßnahmen um, um sowohl umweltfreundlich zu wirtschaften als auch finanziell erfolgreich zu agieren. [RHC] hebt hervor, dass Nachhaltigkeitsinitiativen nicht nur verwirklicht werden, um ethische Standards zu bewahren, sondern auch um wirtschaftliche Vorteile zu erreichen.
Der Ansatz zur Nachhaltigkeit wird in mehrere Bereiche unterteilt. Unter anderem bieten viele Hotels mittlerweile energiesparende Technologien wie LED-Beleuchtung oder intelligente Klimaanlagen an und setzen auf Wassermanagement durch wassersparende Einrichtungen. Auf diesem Weg reduzieren sie nicht nur ihren Ressourcenverbrauch, sondern sparen auch ordentlich Kosten.
- Energieeffizienz: Investitionen in energiesparende Technologien wie Solarenergie zur Senkung des Energieverbrauchs.
- Wassermanagement: Einsatz von wassersparenden Duschköpfen und Toilettenspülungen mit geringem Verbrauch.
- Abfallreduktion: Förderung von Recyclingprogrammen und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.
- Lokale Partnerschaften: Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten zur Bereitstellung nachhaltiger Lebensmittel.
Entscheidend ist, dass die Integration von Nachhaltigkeitsprinzipien auch die Gästezufriedenheit steigert. Hotels werden als verantwortungsvoll angesehen, besonders wenn sie transparente Prozesse zeigen. Diese Wahrnehmung trägt zur Markenbindung und letztlich auch zum finanziellen Erfolg bei.
Ein ganzheitlicher Ansatz für den Erfolg
Der Schweizer Manager argumentiert, dass der wahre Erfolg in der Hotellerie nicht nur an Zahlen gemessen werden sollte. «Charakter, Gastfreundschaft, einzigartige Erlebnisse und Qualität» sind für ihn entscheidend. Grundlage eines nachhaltigen Erfolgs bildet auch die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Unternehmensvision. Nur so können Hotels, die ihre Werte und ihren Fokus auf die Gesellschaft legen, langfristig erfolgreich sein.
Wie geht es weiter in der Praxis? Die Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien gewinnt an Bedeutung. Nachhaltige Finanzprodukte wie grüne Anleihen sind auf dem Vormarsch und ermöglichen eine kritische Beurteilung der Investitionen. Die Entwicklung des Marktes in diesem Bereich wird wesentlich von technologischen Fortschritten geprägt. Laut [Gravenfeld] revolutionieren Big Data, KI und Blockchain die Erfolgsmessung. Das sind vielversprechende Ansätze, die auch in der Hotellerie an Bedeutung gewinnen werden.
Fazit: Erfolg in der Hotellerie sollte ganzheitlicher gedacht werden. Die Zahlen sind wichtig, aber sie sind nur die Spitze des Eisberges. Die eigentlichen Erfolge zeigen sich durch die Wirkung auf Gäste, Mitarbeitende und die Gesellschaft – und das lässt sich nicht allein in Statistiken fassen.



