Die Welt dreht sich schnell, und manchmal wird man überrannt von den Nachrichten, die uns erreichen. Vor kurzem berichtete ein täglicher internationaler Nachrichten-Podcast von VietnamPlus über die neusten Entwicklungen im Jemen, die durch heftige Luftangriffe Saudi-Arabiens auf die Houthi-Stellungen ausgelöst wurden. Ganze 82 Ziele wurden von der Koalition, die von Saudi-Arabien angeführt wird, ins Visier genommen. Es ist ein Kampf, der sich nicht nur auf die Region beschränkt, sondern die gesamte internationale Gemeinschaft in Atem hält. Gleichzeitig brodelt es auch in Indien, wo Oppositionsgruppen großangelegte Proteste in der Hauptstadt planen. Und währenddessen bekräftigen Iran und Russland ihre Absicht, die strategische Zusammenarbeit zu stärken – ein weiteres Beispiel für die komplexen Verstrickungen in dieser turbulenten Welt.

Der Krieg im Jemen wird oft als ein einfaches Duell zwischen zwei Koalitionen dargestellt: Auf der einen Seite die Huthis, die von Iran unterstützt werden, und auf der anderen die sunnitischen Jemeniten, die unter dem Banner von Präsident Hadi kämpfen. Doch diese Darstellung greift zu kurz. Die Realität ist vielschichtiger, durchzogen von internen Konflikten und Spannungen, die sich durch die gesamte Gesellschaft ziehen. Die ethnischen und religiösen Spaltungen im Land sind tief verwurzelt. Der Norden wird von schiitischen Zaiditen dominiert, während im Süden sunnitische Schafiiten das Sagen haben. Das Stammessystem hat sich als äußerst einflussreich erwiesen, wobei verschiedene Stämme unterschiedliche Seiten unterstützen – ein Puzzle aus Loyalitäten und Machtspielchen, das die Situation noch komplizierter macht.

Nicht nur ein Bürgerkrieg

Die Huthis haben sich im Norden eine gewisse Rückendeckung aus der Zivilbevölkerung erarbeitet, während im Süden eine Sezessionsbewegung an Stärke gewinnt. Der Bürgerkrieg, der seit 2015 tobt, ist nicht nur ein interner Konflikt, sondern Teil eines größeren Machtkampfes zwischen Iran und Saudi-Arabien. Saudi-Arabien sieht den wachsenden Einfluss des Iran als direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit und hat daher seine militärische Intervention im Jemen gestartet. Interessanterweise hat die militärische Unterstützung aus den USA zur Stabilität der saudisch geführten Koalition beigetragen, um den Huthis das Handwerk zu legen. Ein gefährliches Spiel, das nicht nur den Jemen betrifft, sondern auch weitreichende internationale Auswirkungen hat.

Die humanitäre Krise, die aus diesem Konflikt resultiert, ist schlichtweg erschreckend – Millionen von Menschen sind vertrieben, die Infrastruktur ist am Ende. Die Huthis, die große Teile des Landes kontrollieren, haben sich als Verteidiger ihrer Gemeinschaften positioniert, während sie gleichzeitig repressiv gegen die Zivilgesellschaft vorgehen. Eine vertrackte Lage, die nicht nur im Jemen selbst, sondern auch in der gesamten Region für Unruhe sorgt. In einem weiteren Twist haben die jemenitischen Huthis ihre Popularität in der pro-palästinensischen Bevölkerung der arabischen Welt gesteigert. Sie treten für die Menschen in Gaza ein und haben damit sogar über 100 Angriffe auf Israel und internationale Schifffahrt im Roten Meer gestartet. Ein Teufelskreis, der die Spannungen in der Region weiter anheizt.

Ein ungewisses Ende

Im Hintergrund laufen bereits diplomatische Gespräche. Saudi-Arabien hat versucht, einen versöhnlicheren Kurs gegenüber den Huthis zu fahren, und sie führen seit April 2022 Verhandlungen. Doch die Fortschritte sind mager, und die UN-Konsultationen zeigen trotz aller Bemühungen keine greifbaren Resultate. Der UN-Sondergesandte für den Jemen hat im Dezember 2023 einen neuen „Fahrplan“ für Friedensverhandlungen angekündigt, der unter anderem einen neuen Waffenstillstand und die Wiederaufnahme von Ölexporten vorsieht. Die Huthis hingegen zeigen wenig Bereitschaft zu Kompromissen, insbesondere wenn sie sich als Sieger im innerjemenitischen Konflikt fühlen.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich diese komplexe Situation entwickeln wird. Die Menschen im Jemen und darüber hinaus hoffen auf Frieden, während die Mächte der Region weiterhin ihre eigenen Interessen verfolgen. Ein Spiel, in dem die Einsätze hoch sind und die Zukunft ungewiss bleibt. Es ist also nicht nur ein Krieg, sondern ein verzweifelter Kampf um Identität, Macht und letztlich um das Überleben.