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In der Hotellerie und Gastronomie herrscht bundesweit ein akuter Fachkräftemangel, der bereits seit Jahren spürbar ist. Dies zeigt nicht nur der Rückgang an jungen Beschäftigten, sondern auch die Herausforderungen beim Rekrutieren neuer Fachkräfte. In Stuttgart, einem wichtigen Zentrum der Branche, ist der Anteil junger Arbeitnehmer in der Hotellerie zwischen 2014 und 2024 um 13,3 % gesunken, was einem Verlust von 140 Beschäftigten unter 35 Jahren entspricht. Gleichzeitig wächst das Berufsfeld insgesamt, was die besorgniserregende Situation unterstreicht. Stuttgarter Nachrichten berichtet von der kritischen Lage, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) deshalb auch deutlich anspricht.

Die Gewerk­schaft hat die Hotellerie für die Vernachlässigung der Ausbildung kritisiert, was auch Daniel Ohl, Pressesprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), bestärkt. Trotz steigender Ausbildungszahlen im Gastgewerbe hat sich die Zahl der Auszubildenden in der Hotellerie in Stuttgart fast halbiert. Zudem nennen Experten wie Oliviero Ferretti von der NGG verschiedene Faktoren, die junge Menschen von der Branche abhalten, darunter unzureichende Ausbildung und psychische Belastungen durch Lückenfüller-Aufgaben. Die Arbeitszeiten, die oft unattraktiv sind, könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

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Der Ausbildungsmarkt ist unter Druck

Ein weiterer Blick auf die Daten offenbart, dass der Ausbildungsmarkt im Gastgewerbe grundsätzlich unter Druck ist. Die Zahl der Bewerber für Ausbildungsstellen in Hotel- und Gaststättenberufen ist von 33.000 im Jahr 2009 auf nur noch 12.000 im Jahr 2022 gesunken. Auch die angebotenen Ausbildungsstellen sind stark rückläufig. Laut der Kofa sind die unbesetzten Ausbildungsstellen in der Systemgastronomie mit 18,3 % und bei Kaufleuten für Hotelmanagement mit 21,5 % besonders hoch. Ganz im Gegensatz dazu liegt der Anteil unbesetzter Stellen über alle Berufe hinweg lediglich bei 12,6 %.

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Die Schwierigkeiten der Betriebe, Ausbildungsplätze zu besetzen, sind gravierend und damit einhergehend wird empfohlen, die Berufe attraktiver darzustellen. Vielerorts wird der Wunsch laut, Quereinsteiger aus anderen Berufen zu werben und die Berufsorientierung zu verstärken. Es gilt, den Fachkräftemangel konsequent anzugehen, um der Branche eine Perspektive zu geben.

Ein Blick in die Zukunft der Branche

Laut einer aktuellen Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist die Lage in der Hotellerie besorgniserregend, da 42,8 % der offenen Stellen nicht mit qualifizierten Arbeitssuchenden besetzt werden können. Die Zeit berichtet, dass besonders bei Köchinnen und Köchen ein Mangel von 7.555 Fachkräften besteht. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen, die qualifizierte Fachkrafttätigkeiten suchen, ist auf die Hälfte des Vor-Corona-Werts gesunken, was die Problematik weiter verstärkt.

Die Hotellerie wird auch weiterhin mit einem Anstieg an Fachkräfteengpässen kämpfen müssen, da viele Beschäftigte die Branche während der Pandemie verlassen haben und nur wenige bereit sind, von anderen Berufen in die Gastronomie zu wechseln. Die Herausforderungen sind groß, und eine Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ist gefordert, um den Nachwuchs für die Branche zu gewinnen und nachhaltig zu sichern.