Ostern steht vor der Tür und die Stimmung in der Gastronomie und Hotellerie ist im Aufwind. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) teilt mit, dass die Lokale in Rheinland-Pfalz über die Feiertage voll sein werden, insbesondere an beliebten Wanderwegen und in städtischen Gebieten. Präsident Gereon Haumann zeigt sich optimistisch, vor allem hinsichtlich des Tagestourismus, der an diesen Feiertagen hoch im Kurs steht. Die Biergärten und Terrassen sind gut vorbereitet, und wer spontan ein Zimmer buchen möchte, sollte laut Haumann besser vorher anrufen, denn beim dritten Versuch kann es oft klappen, noch ein Zimmer zu ergattern.
Ostern gilt als klassischer Saisonauftakt für die Branche, insbesondere wenn das Wetter mitspielt. Allerdings ist die Situation in der Gastronomie nicht ohne Herausforderungen. Es gibt eine spürbare Konsumzurückhaltung, die jedoch an Feiertagen wie Ostern und Weihnachten weniger ausgeprägt ist. Gerade in Rheinland-Pfalz ist die Branche prozentual stärker von Insolvenzen betroffen als im Bundesdurchschnitt, insbesondere bei gutbürgerlichen Restaurants und Drei-Sterne-Hotels.
Die Insolvenzen steigen
Die Zahlen sind alarmierend. Im Jahr 2025 sind die Insolvenzen von Gastronomiebetrieben zum vierten Mal in Folge gestiegen, mit mehr als 2.900 betroffenen Betrieben – der höchste Stand seit 2011. Obwohl viele durch staatliche Hilfen während der Coronakrise gerettet wurden, ist die Branche noch lange nicht über den Berg. Seit 2020 wurden über 11.200 Insolvenzen in der Gastronomie gezählt, und fast 69.000 Unternehmen haben in diesem Zeitraum den Betrieb eingestellt. Die Gastronomie wurde massiv durch die Pandemie, die Energiekrise und die Inflation getroffen. Bekannte Insolvenzen wie die von Sausalitos und Vapiano sind alarmierende Beispiele für die Schwierigkeiten, mit denen viele Betriebe konfrontiert sind.
Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die Wirte nicht gerade einfach. Hohe Lohnkosten und die aufstrebenden Preise für Lebensmittel und Energie sorgen dafür, dass viele kleine, inhabergeführte Betriebe ums Überleben kämpfen. Laut Creditreform haben rund 40 Prozent der Unternehmen Eigenkapitalquoten von weniger als 10 Prozent. Dies bedeutet eine enorme Herausforderung, insbesondere da ein Drittel der Betriebe Verluste einfahren.
Kostendruck und Preisanpassungen
Ein weiteres Problem: Die Mehrwertsteuersenkung auf 7 Prozent zu Jahresbeginn dürfte für viele Betriebe zu spät gekommen sein, denn die Preise sind trotz dieser Maßnahme nur leicht gesunken. Die Branche hat im Jahr 2025 bereits das sechste Jahr in Folge preisbereinigt Umsatzverluste erlitten. Der Druck von steigenden Kosten für Waren und Dienstleistungen ist enorm, teilweise kommen hier Mehrkosten von bis zu 40 Prozent zusammen.
Die Gastronomie versucht, dem Kostendruck mit Strategien wie Originalität, Authentizität und Regionalität entgegenzuwirken. Gäste zeigen jedoch Verständnis für die steigenden Preise. In der aktuellen Lage ist es klar: Die Zeit drängt, und die Nachfrage verlagert sich zunehmend in Richtung Lieferdienste statt Restaurantbesuche.
Die Prognosen sind düster, und die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs der Insolvenzen im Jahr 2026 ist hoch. Die Branche steht am Scheideweg, und der Einsatz von regionalen Produkten sowie die Schaffung eines einzigartigen Gasterlebnisses sind entscheidend, um Kunden in die Lokale zu locken und eine Rückkehr zur Normalität zu fördern.
Die Frage bleibt, wie viele Betriebe diese Rückkehr schaffen werden. Doch eines ist klar: Trotz der Herausforderungen freuen sich viele in der Branche auf ein lebhaftes Osterwochenende – denn hier ist ein bisschen Optimismus gefordert!
Dankebar sind die Gäste, die die Lieblingslokale unterstützen und die Vielfalt der Gastronomie am Leben erhalten.
https://www.zeit.de/news/2026-04/03/was-gastronomie-und-hotellerie-an-ostern-erwarten
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/gastronomie-pleite-restaurant-corona-100.html
https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/dauerkrise-in-der-gastronomie-mehr-als-11000-insolvenzen-seit-2020



