Heute ist der 27.06.2026 und während die Sonne über Mallorca strahlt, bleibt die Situation rund um den Plastikmüll ein heißes Thema, das die Gemüter erhitzt. In einem Strandlokal in Sa Coma, wo die Kellner Hamburger mit Pommes servieren, sind die Portionierbeutel für Ketchup und Mayonnaise aus Plastik nicht zu übersehen. Ironischerweise wurde 2019 ein Gesetz gegen Wegwerfplastik von der linksgrün-geführten Regionalregierung verabschiedet, doch die Umsetzung scheint eher schleppend zu verlaufen. Die Absicht, die Müllmenge auf den Balearen drastisch zu senken, wird von der Realität oft überholt.

Das Gesetz verbietet unter anderem Einwegfeuerzeuge, Watte- und Lutscherstäbchen aus Plastik, Einwegrasierer und auch Duschgels mit Mikroplastik. Einige dieser Produkte sind zwar verschwunden, flächendeckend kann man das jedoch nicht behaupten. Rosa García von der Umweltorganisation Rezero sprach von Fortschritten in der Gastronomie und Hotellerie, doch die unzureichende Umsetzung bleibt ein Dorn im Auge. Man könnte fast meinen, das ganze Thema Plastikmüll ist ein bisschen wie der Kampf gegen Windmühlen: Man gibt sich Mühe, doch die Ergebnisse sind oft ernüchternd.

Die Realität in der Gastronomie

Ein Blick auf die Gastronomie zeigt, dass Einwegplastik nach wie vor eine niedrige Priorität hat. Tomeu Mas, Vorsitzender des Gastronomenverbandes CAEB Restauració, sagt klipp und klar, dass Gastronomie weniger als ein Prozent des Gesamtplastikmülls ausmacht. Das mag für einige eine Entschuldigung sein, doch die Sprecherin des Branchenverbands FEHM behauptet, das Gesetz werde flächendeckend angewandt, was in der Praxis nicht immer der Fall ist. Es gibt immer noch Einwegplastik in den Hotels, was die Frage aufwirft, wie ernst man es wirklich mit den Bemühungen um Umweltschutz nimmt.

Schaut man auf die großen Hotelkonzerne, gibt es zwar einige positive Ansätze: Iberostar plant, Einwegplastik vollständig zu vermeiden, und Riu hat bereits eine Reduzierung von 27 Prozent seit 2021 erreicht. Das klingt alles sehr gut, doch die offiziellen Statistiken zeigen, dass der Plastikmüll in touristischen Küstengemeinden nicht gesunken ist. Tirme, das Unternehmen für Müllverwertung auf Mallorca, berichtet sogar von steigendem Plastikabfall. Anscheinend ist der Weg zur Müllreduzierung ein steiniger, und die gesetzten Ziele, die Gesamtmüllmenge bis 2030 um 20 Prozent zu senken, scheinen in weiter Ferne.

Regulierungen und deren Umsetzung

Rosa García merkt an, dass trotz Regulierung der Wandel in der Wahrnehmung nicht sichtbar ist. Es ist frustrierend, wenn man die Anstrengungen sieht, aber die Resultate einfach nicht da sind. Auch die spanische Zentralregierung und die EU haben strengere Einwegplastikverbote erlassen, doch die Strafen bei Verstößen werden selten angewandt. Vor der Regionalwahl 2023 wurden sogar Bußgeldverfahren gegen Schnellrestaurantketten eingeleitet – ein Zeichen dafür, dass der Druck vorhanden ist, auch wenn die Umsetzung oft nicht mit der notwendigen Konsequenz erfolgt.

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Und während Plastiktüten im Supermarkt kostenpflichtig sind und Konsumenten sich daran gewöhnt haben, bleibt die Frage: Wie lange noch können wir uns auf diese kleinen Schritte verlassen, ohne die großen Veränderungen zu sehen, die nötig sind? Es ist ja nicht so, dass es an Informationen mangelt. Man könnte sich fragen, ob die Sensibilisierung für das Thema Plastikmüll nicht einfach noch nicht weit genug fortgeschritten ist.

Für weitere Informationen zu den Bemühungen um weniger Plastikmüll und mehr Recycling in Deutschland, können Sie die Webseite des Bundesumweltministeriums besuchen: Bundesumweltministerium.