Sommerferien in Österreich, und die Hoffnung auf eine florierende Sommersaison ist spürbar. Doch der Blick auf die Buchungen und die Stimmung in der Branche ist gemischt. Laut einem aktuellen Bericht von die Presse zeigt sich, dass nur 60 Prozent der Gastronomen und Hoteliers optimistisch in die Saison starten, während im vergangenen Jahr noch 72 Prozent an eine erfolgreiche Zeit glaubten. Die Gastronomie- und Hotelbranche hofft zwar auf gute Geschäfte, wird aber durch die allgemeine Teuerung und eine veränderte Nachfrage stark belastet.
Die Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich, charmant präsentiert von Georg Imlauer aus der Hotellerie und Alois Rainer aus der Gastronomie, zeigt auf, dass die Buchungslage im Vergleich zum Vorjahr 14 Prozent besser ist, doch beinahe die Hälfte der Betriebsinhaber berichtet von schlechteren oder stagnierenden Umsätzen. Der Aufwärtstrend fällt also mau aus. Während 90 Prozent der Betriebe mit steigenden Lebensmittel- und Getränkekosten kämpfen, müssen sie diese gestiegenen Preise oft nur teilweise an die Kunden weitergeben – die Gäste konsumieren weniger, sparen und zeigen sich preissensibler.
Die aktuelle Stimmung in der Branche
In den letzten Monaten war ein gewisser Optimismus in der Branche zu spüren. Die Zahlen sprechen für sich: Im Mai und Juni wurden stolze 20,7 Millionen Nächtigungen verbucht, und drei Viertel der Gastronomie- und Hotelleriebetriebe sind mit der Lage zufrieden und rechnen mit positiven Zuwächsen im Sommer. Laut Kurier ist der Optimismus im Westen Österreichs sogar größer als im Osten. Besonders erfreulich: In Städten wie Graz und Innsbruck wurde das Niveau vor der Corona-Pandemie in der Stadthotellerie übertroffen.
Ein gewisses Dämpfer ist jedoch die Teuerung. Sie hat das Buchungsverhalten verändert, die Gäste buchen kurzfristiger und sind merklich zurückhaltender bei ihren Ausgaben. Das zeigt sich auch in den Gastronomen und Hoteliers: 80 Prozent haben ihre Preise angepasst, jedoch konnten lediglich 12 Prozent dies vollständig umsetzen. Trotz dieser Herausforderungen gibt es Zuversicht für den Herbst und Winter, denn Anfragen und Buchungen laufen erfreulicherweise besser als im Vorjahr.
Ein Blick in die Zukunft
Der österreichische Tourismus zeigt Aufwind, was die Zahlen belegen. Laut aktuellen Erhebungen des WIFO wird für 2023 ein Reiseverkehrssaldo von +10,3 Milliarden Euro prognostiziert, ein Anstieg von 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Österreichs Anteil an den nominellen Tourismusexporten von 32 europäischen Ländern liegt bei 4,1 Prozent, was im europäischen Ranking Platz 8 bedeutet. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass der heimische Tourismus gut aufgestellt ist und auch international hoch im Kurs steht.
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es in der Branche Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Besonders die hohen Kosten für Personal und Energie belasten die Betriebe noch immer stark. 90 Prozent der Unternehmer sehen die Notwendigkeit eines besseren Zugangs zu ausländischen Arbeitskräften, um die hohen Anforderungen an ihre Dienstleistungen zu erfüllen. Gleichzeitig zeigt sich auch ein wachsender Trend im Wellness- und Gesundheitsbereich, während die klassische Halbpension zunehmend an Bedeutung verliert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreichs Gastronomie- und Hotellerie trotz der Herausforderungen und eines veränderten Konsumverhaltens auf einen vielversprechenden Sommer zusteuert. Das richtige Händchen bei der Anpassung an neue Bedürfnisse und ein offener Blick für innovative Konzepte könnten am Ende den Unterschied machen und die Branche gestärkt aus dieser Saison hervorgehen lassen. Die Hoffnung bleibt lebendig, dass der Sommer 2025 ein gutes Geschäft bringt.



