In der Welt der Hotellerie stellt die Ausbildung des eigenen Nachwuchses eine Schlüsselrolle dar. Sonja Schäfer, die Hotelchefin des Wohlfühlhotels Alte Rebschule, ist sich dessen bewusst und zeigt dies eindrucksvoll: Vier frisch ausgebildete Azubis, darunter Koch Januaris Kimanthi sowie die Restaurant- und Veranstaltungsfachfrauen Roselyne Salee, Kathrin Niestroj und Lilian Njenga, bleiben dem Hotel treu und starten ihre Karrieren im Unternehmen. „Ohne selbst ausgebildete Azubis geht es nicht“, betont Schäfer und hebt die Bedeutung hervor, die eine fundierte Ausbildung im eigenen Haus hat. Dieses Engagement wird immer wichtiger, vor allem in der aktuellen Lage der Branche, die mit einem wachsenden Fachkräftemangel kämpft. AHGZ berichtet, dass die Hotelchefin den Rekrutierungs- und Integrationsprozess von Azubis aus dem Ausland als essenziell erachtet.
Wie steht es um die Integration ausländischer Auszubildender, die in der Branche zunehmend hoch im Kurs stehen? Sprachbarrieren stellen häufig eine große Herausforderung dar, wenn es darum geht, internationale Talente im Team willkommen zu heißen. Laut Hospitality Pioneers sind bürokratische Hürden und kulturelle Unterschiede weitere Stolpersteine, die eine zügige Eingliederung erschweren. Der Anteil internationaler Azubis, besonders aus Ländern wie Vietnam, Kosovo und Marokko, nimmt jedoch stetig zu. In Thüringen beispielsweise machen Migranten bereits 70 Prozent der Azubis im Gastgewerbe aus.
Herausforderungen und Chancen bei der Rekrutierung
Die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland kann sich über mehrere Monate erstrecken. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat zwar Erleichterungen geschaffen, der Prozess bleibt jedoch komplex. Hotellerie-Betriebe müssen sich entscheiden, ob sie eine Rekrutierungsagentur in Anspruch nehmen oder selbst aktiv werden. Agenturen bringen Expertise und Netzwerke mit, während die Selbstrekrutierung mehr Kontrolle ermöglicht, aber auch variabel in der Kosteneffizienz ist.
Um den Integrationsprozess von neuen Mitarbeitern erfolgreich zu gestalten, sind strukturierte Onboarding-Prozesse entscheidend. DEHOGA Berlin gibt hilfreiche Tipps, darunter die Schaffung von Patenschaften und die Nutzung interner Kommunikationssoftware mit Checklisten und automatischen Übersetzungen. Das Ziel sollte immer sein, das bestehende Team einzubeziehen und eine positive Teamdynamik zu fördern. Klarheit in der Kommunikation und regelmäßige Feedbackgespräche sind dabei unerlässlich.
Der Weg zur erfolgreichen Integration
Die Bindung internationaler Fachkräfte hängt stark von der Unterstützung ab, die sie im Verlauf ihrer Einarbeitung und darüber hinaus erhalten. Fakt ist: Hohe Fluktuation kann durch unzureichende Einarbeitung, unrealistische Erwartungen oder fehlende Unterstützung entstehen. Deshalb ist es wichtig, dass Betriebe klare Einarbeitungspläne vorlegen und Schulungen für das Team anbieten, um kulturelle Missverständnisse zu vermeiden.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Integration ausländischer Fachkräfte und Azubis zwar Herausforderungen mit sich bringt, aber auch eine wertvolle Chance für die Branche darstellt. Mit Engagement, toller Planung und einem guten Händchen für personalpolitische Entscheidungen könnten die Hotellerie-Betriebe gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.



