Wie steht es um die Bierkultur in Deutschland? Die traditionelle Getränkebranche kämpft mit spürbaren Absatzrückgängen und teils harten Preiskämpfen. Die aktuellen Zahlen sind für die Brauereien alarmierend: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 verzeichneten die Hersteller einen Rückgang von 6,8 Prozent bei alkoholhaltigem Bier, was einem Verlust von etwa 2,3 Millionen Hektolitern entspricht. Diese Zahl ist doppelt so hoch wie der übliche Jahresrückgang. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, wo sich der Verlust auf über 400.000 Hektoliter summiert, wie die AHGZ berichtet.

Im Vergleich zum Pandemiejahr 2021 steht die Branche somit erheblich schlechter da. Damals waren die Verkaufszahlen noch stabiler. Prognosen deuten darauf hin, dass der unerwartet hohe Rückgang bis Ende 2025 kaum aufholbar sein wird. Auch die Wetterbedingungen im ersten Halbjahr 2025 hatten negative Auswirkungen auf den Bierkonsum.

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Wachstum bei alkoholfreien Bieren

Während die Absatzzahlen für alkoholhaltiges Bier fallen, zeigen alkoholfreie Biere einen positiven Trend. So verzeichnete Veltins, eine der bekannteren Marken, im ersten Halbjahr 2025 ein Plus von 2,3 Prozent auf 1,78 Millionen Hektoliter. Insbesondere das alkoholfreie Pils konnte um 9 Prozent und das alkoholfreie Radler sogar um 15 Prozent zulegen. Trotz dieser erfreulichen Nachrichten ist die harte Konkurrenz im Bereich alkoholfreier Biere nicht zu unterschätzen; diese Produkte können jedoch nur etwa ein Drittel der Rückgänge bei alkoholhaltigen Bieren ausgleichen, so die AHGZ.

Die Überkapazitäten in der Branche nehmen unterdessen zu – Schließungen und Übernahmen sind eher die Ausnahme als die Regel. Die Umsatzeinbußen und steigenden Kosten setzen den Brauereien stark zu. Der Deutsche Brauer-Bund beschreibt den Jahresverlauf als alles andere als erfreulich, besonders in Anbetracht dessen, dass fast 1.500 Brauereien unter immensem Kostendruck stehen.

Gastronomiesituation und Marktveränderungen

Die Gastronomie leidet ebenfalls massiv unter den vorherrschenden Umständen. Viele Betriebe kämpfen ums Überleben und fordern dringend Entlastungen, insbesondere die Senkung der Mehrwertsteuer auf Essen auf 7%. In der aktuellen Situation, in der viele Gäste lieber zuhause bleiben oder andere Getränke konsumieren, müssen sich Gastronomen zukunftsorientiert neu aufstellen.

Ein bemerkenswerter Trend ist der zunehmende Verkauf von Bier in Dosen. Mehr als 10 Prozent der Biermenge wird inzwischen in Halbliterdosen angeboten, während der Bierkasten mit 20 Halbliter-Mehrwegglasflaschen nach wie vor mit einem Anteil von knapp 50 Prozent dominierend ist.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die deutsche Bierbranche vor großen Herausforderungen steht. Während sich die Schere zwischen alkoholhaltigen und alkoholfreien Varianten weiter öffnet, gilt es, innovative Wege zu finden, um die traditionsreiche Kultur des Bierbrauens und Biergenusses auch in Zukunft zu sichern. Die Entwicklungen der kommenden Monate werden zeigen, wie sich der Markt weiter wandelt und welche Strategien sich bewähren. Weitere Hintergründe und Statistiken finden Sie bei Spiegel und dem Deutschen Brauer-Bund.