Im deutschen Gastgewerbe weht ein frischer Wind, doch der Geruch von Flaute ist nicht zu überriechen. Aktuelle Zahlen zeigen einen Rückgang der Erlöse, der die Branche in eine besorgniserregende Lage bringt. Laut der Tophotel ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4 Prozent gesunken. Wer hätte gedacht, dass der Mai 2023 dem Gastgewerbe nicht nur die Sonne, sondern auch die Einnahmen entziehen würde?

Besonders frappierend: Im Mai verzeichneten Hoteliers und Gastronomie insgesamt kalender- und saisonbereinigt sogar 2,2 Prozent weniger Erlöse als im April. Mit einem realen Umsatzverlust von 4,6 Prozent, abzüglich der Preiserhöhungen, ist die Situation für viele Betriebe alarmierend. Die Gastronomie, von Restaurants bis hin zu Kneipen, hat mit einem Rückgang von 4,9 Prozent zu kämpfen, während die Beherbergungsbetriebe „nur“ einen Rückgang von 4 Prozent zu verkraften haben.

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Ein paar Lichtblicke und Herausforderungen

Der April brachte einen kurzfristigen Umsatzhoch, befeuert durch das späte Osterfest. Viele Menschen nutzen die Feiertage, um dem Alltag zu entfliehen und die Gastronomie zu unterstützen. Gleichsam muss die Branche mit bitteren Wahrheiten umgehen: Es gab im vergangenen Jahr bereits preisbereinigte Umsatzverluste, die durch Preiserhöhungen bei Speisen und Getränken nur marginal kompensiert wurden.

Die ZDF berichtet, dass die Hotels und Beherbergungsunternehmen besonders stark betroffen sind und hier ein Minus von ganzen 7 Prozent zu verzeichnen ist. Auch Restaurants und andere Gastronomiebetriebe haben es mit einem Rückgang von 3,9 Prozent nicht leicht. Und das, obwohl es Hoffnung auf eine Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie gibt, die ab Januar 2026 von 19 auf 7 Prozent sinken soll.

Wir blicken in die Zukunft

Doch nicht nur die Umsatzentwicklung sorgt für Sorgenfalten. Die Branche steht vor weiteren Herausforderungen, insbesondere durch die steigenden Personalkosten. Der Mindestlohn soll ab Januar 2026 auf 13,90 Euro und ab Januar 2027 auf 14,60 Euro erhöht werden. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mahnt, dass die wirtschaftliche Belastungsgrenze für viele Betriebe erreicht ist. Dehoga-Präsident Guido Zöllick sieht die Branche unter einem zunehmenden Druck und warnt, dass der Umsatzschwund als schlechtes Omen für den privaten Konsum betrachtet werden sollte.

Auf lange Sicht bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für die Gastronomie und Hotellerie entwickeln wird. Unverändert bleibt die Hoffnungen der Branche auf eine Wendung zum Besseren, die sowohl durch steigenden Umsatz als auch durch Entlastungen durch die Politik geprägt sein könnte.