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In Baden-Württemberg brodelt es vor den bevorstehenden Tarifverhandlungen im Gastgewerbe. Der Dehoga-Landesverband und die Gewerkschaften machen sich bereit, um die Gehälter für die Beschäftigten zu verhandeln. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, denn die Branche kämpft mit steigenden Kosten für Energie, Miete und Lebensmittel, die die ohnehin già angespannte Situation noch verschärfen. Der Vorsitzende der Tarifkommission des Dehoga, Hans-Ulrich Kauderer, warnt vor einer weiteren Erhöhung der Preise, sollte die Gewerkschaft 9 Prozent mehr Lohn durchsetzen und fordert gleichzeitig ein gutes Händchen bei den Verhandlungen.

Interessant ist, dass die Anzahl der Restaurants mit Bedienung in den letzten zehn Jahren um fast 20 Prozent gesunken ist. Grund dafür sind unter anderem die hohen Kosten, welche viele Betriebe in die Knie zwingen. Zudem waren zum Ende des letzten Jahres 132.000 sozialversicherungspflichtige Personen im Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg beschäftigt. Obwohl das Gastgewerbe zu den wichtigen Wirtschaftssektoren des Bundeslandes zählt, wird es in Zukunft schwer haben, die nötigen Fachkräfte zu halten, wenn die Löhne nicht angehoben werden.

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Forderungen und Herausforderungen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat bereits klare Forderungen bekannt gegeben. Sie setzt sich für eine Lohnerhöhung von 15 Prozent und die Einführung von tariflichen Wochenendzuschlägen ein. Die Arbeitgeberseite hat hingegen den bisherigen Entgeltvertrag als Maßstab genommen. Ein Angebot wurde für ungelernte Arbeitskräfte gemacht: 3,3 Prozent Lohnerhöhung, was einem Stundenlohn von 13,01 Euro entspricht. Dabei bleibt jedoch unberücksichtigt, dass ab Oktober 2024 für mehrere Monate keine Gehaltsanpassung erfolgt und für Fachkräfte bisher kein Angebot vorliegt.

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Zu den Herausforderungen gehört auch der Fachkräftemangel, der die Situation weiter kompliziert. Immer mehr Fachkräfte verlassen die Branche, wodurch die Betriebe Mühe haben, ihre Schichten zu besetzen. Die NGG betont die Notwendigkeit, die Ausbildungsvergütung anzuheben. Aktuell wird eine Erhöhung von 200 Euro gefordert, sowie ein Einstiegsgehalt von mindestens 3.000 Euro nach der Ausbildung.

Ausblick auf die Verhandlungen

Die ersten Tarifverhandlungen zur Lohnerhöhung finden bereits am 30. September 2024 statt, ein Termin, der mit Spannung erwartet wird. Bislang blieben frühere Verhandlungen ergebnislos, und so sind bereits für den 6. November 2024 weitere Gespräche angesetzt. Die Arbeitgeber zeigen zwar Bereitschaft, auf einige Forderungen zur Ausbildungsvergütung einzugehen, doch die Diskussion über Wochenendzuschläge bleibt ein strittiges Thema. Die nächsten Monate könnten also entscheidend für die Zukunft des Gastgewerbes in Baden-Württemberg werden.

In Anbetracht der Herausforderungen, vor denen die Branche steht, bleibt zu hoffen, dass beide Seiten an einem Strang ziehen und eine Lösung finden, die nicht nur den Beschäftigten zugutekommt, sondern auch die Betriebe zukunftsfähig macht. Mit einem kollegialen Austausch und einer Portion Kompromissbereitschaft könnte vielleicht sogar ein gutes Geschäft für alle dabei herausspringen.