Die Herausforderungen im Hotel- und Gastgewerbe sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg des Krankenstands, der im Jahr 2024 mit 6,14 Prozent einen neuen Höchstwert erreicht hat. Wie TopHotel berichtet, sind mehr als sechs von hundert Beschäftigten täglich krankheitsbedingt ausgefallen. Hauptverantwortlich für diese besorgniserregenden Zahlen sind vor allem psychische Belastungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen.
Die häufigsten körperlichen Beschwerden sind Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle und Schultererkrankungen, die sich als ernsthafte Probleme erweisen. Fast jeder zweite Ausfall ist auf Schwierigkeiten im Bewegungsapparat zurückzuführen. Alarmierend ist auch die Tatsache, dass die Zahl der Krankmeldungen in den Bereichen psychische Störungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen seit 2019 um fast 50 Prozent gestiegen ist, was auf eine besorgniserregende Entwicklung hinweist.
Ursachen der Belastungen
Ein wesentlicher Faktor für die steigenden Krankheitszahlen sind die sich verschärfenden Arbeitsbedingungen. Der Fachkräftemangel, steigender Zeitdruck und wachsende Mehrarbeit verschärfen die Situation weiter. Der Gesundheitsreport 2023 verdeutlicht durch eine umfassende Analyse, dass der Personalmangel und gesundheitliche Belastungen in Unternehmen zahlreiche Herausforderungen darstellen, die die Beschäftigten betrifft. Eine Online-Befragung mit über 7.000 Teilnehmenden lieferte zentrale Erkenntnisse über die gesundheitliche Situation der Beschäftigten und zeigt klare Trends auf.
Diese Befragung wurde sorgfältig durchgeführt, um eine repräsentative Datenbasis zu gewährleisten. Dabei wurde auch gezielt auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Beschäftigten geachtet. Die Rücklaufquote von 37 Prozent unterstreicht die Bedeutung und Seriosität der ermittelten Daten, die von diversen Experten als Grundlage zur Untersuchung der Herausforderungen im Gesundheitsmanagement genutzt werden.
Fokus auf Gesundheitsmanagement
Um dem ansteigenden Krankenstand entgegenzuwirken, unterstützt die AOK Rheinland/Hamburg Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe bei Themen wie Stressmanagement, Ernährung und Rückengesundheit. Initiativen zur Gesundheitsförderung sind essenziell, um langfristig die Belastungen der Mitarbeitenden zu mindern.
In einem umfassenden Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wird die „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ eingehend analysiert. In der Studie wird der Zusammenhang zwischen der Gesundheit der Beschäftigten und dem wirtschaftlichen Erfolg von Betrieben untersucht. Diese Studie hebt besonders hervor, dass die Corona-Pandemie die Thematik psychischer Gesundheit in den Fokus gerückt hat und es unerlässlich ist, die individuellen, beruflichen und betrieblichen Rahmenbedingungen zu verbessern.
Die Erkenntnisse aus dieser umfassenden Forschung verdeutlichen, dass eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht nur der Gesundheit der Mitarbeitenden zugutekommt, sondern auch zur Stärkung der Betriebe selbst beiträgt. Es bleibt zu hoffen, dass die Branche die richtigen Schlüsse zieht und langfristige Strategien umsetzt, um das Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern.



