In diesen Tagen, wenn die Sonne über den Stränden und Bergen scheint, zeigt der Ausblick auf das Sommergeschäft ein gemischtes Bild. Laut der AHGZ sind die Belegungen und Raten in den beliebten Strand- und Bergregionen auf einem zufriedenstellenden bis gar guten Niveau. Doch in den städtischen Gebieten zeichnet sich ein anderes Bild ab: Hier gibt es überwiegend negative Entwicklungen, die auf die Herausforderungen hinweisen, vor denen die Branche steht.
Doch wie steht es um den Tourismussektor insgesamt? Diese bedeutende Wirtschaftsbranche hat sich zur Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft entwickelt, wobei sie rund 4 Prozent der Werte Schöpfung erwirtschaftet. Fast 3 Millionen Menschen finden in Deutschland ihr Auskommen im Tourismus, wie der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) in seinem Bericht über die Branche feststellt berichtete.
Wachstum und Herausforderungen
Der Jahresumsatz der deutschen Tourismuswirtschaft betrug 290 Milliarden Euro im Jahr 2015, wobei der größte Teil, etwa 18 Prozent, aus der Gastronomie stammt. Zudem verbuchten internationale Besucher einen Anteil von 14 Prozent am Umsatz und gaben rund 40 Milliarden Euro in Deutschland aus. Bemerkenswert ist die Rolle der Reisebranche, die mit 3,9 Prozent der Bruttowertschöpfung sogar den Maschinenbau und den Einzelhandel übertrifft, die nur 3,5 bzw. 3,3 Prozent ausmachen vermerkt.
Die Entwicklung sieht gut aus, aber sie bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Digitalisierung verändert den Sektor rasant, sodass traditionelle Anbieter in Konkurrenz zu internationalen Buchungsplattformen und neuen Teilen der Sharing Economy stehen. Eine umsichtige „Big Data“-Analyse kann den Akteuren im Tourismus helfen, schneller auf Trends zu reagieren und die Kundenansprache zu verbessern. Gleichzeitig zieht der Markt an internationalen Gästen, während für 2030 mit etwa 121,5 Millionen Übernachtungen internationaler Besucher gerechnet wird.
Wer kommt, wer bleibt?
In den letzten Jahren waren die meisten internationalen Touristen in Deutschland hauptsächlich aus den Niederlanden (11,2 Millionen), gefolgt von Schweizern und US-Amerikanern. Diese Statistiken zeigen, dass der europäische Markt nach wie vor dominiert, jedoch auch ein Anstieg aus anderen Regionen, wie Südamerika und Südostasien, zu erwarten ist.
Die Prognosen sind vielversprechend, doch der Sektor muss sich wappnen, um die enorme Herausforderung der Digitalisierung zu meistern. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich der Tourismus in Deutschland entwickeln wird, besonders in der Zeit, in der städtische Gebiete, die einst voller Leben waren, versuchen, ihren Platz im Wettbewerb zurückzuerobern.
Eines ist sicher: Der Sommer bringt frischen Wind, und die Branche hat stets ein gutes Händchen dafür, auch in Krisenzeiten zu gedeihen.