Chaos an den Grenzen: Wie das neue Entry/Exit System die Reisebranche herausfordert
Die Reisebranche steht derzeit unter Druck, und das hat seine Gründe. Am 6. September 2026 endeten die Notfallregelungen der EU für das neue Entry/Exit System (EES), und das sorgt für einige aufgebrachte Gemüter. Wer in den letzten Wochen an den Grenzen der EU unterwegs war, kennt die langen Wartezeiten nur zu gut. Besonders betroffen waren Flughäfen wie Lissabon, Mailand, Rom und Krakau, wo Reisende schon mal bis zu fünf Stunden in der Schlange stehen mussten. Das ist alles andere als angenehm, vor allem wenn man auf dem Weg zu seinem wohlverdienten Urlaub ist.
Der Grund für dieses Chaos? Nun, defekte Selbstbedienungsautomaten, Personalmangel und diverse Probleme mit dem neuen System haben dazu beigetragen, dass die Reisenden wie die Fliegen auf den nächsten Flieger warten müssen. Branchenvertreter sind sich einig: Es muss etwas geschehen! Ryanair-Vertreter haben das EES seit seiner Einführung im Oktober 2025 scharf kritisiert. Neal McMahon, der operative Chef von Ryanair, bezeichnete den Umgang der EU mit dem System sogar als „Fiasko“. Er fordert eine Verlängerung der Ausnahmebestimmungen bis April 2027, und auch Matthew Pack, Chef von Holiday Extras, äußert sich ähnlich kritisch. Er spricht von einem gescheiterten System, das dringend überdacht werden muss.
Die Einführung des Entry/Exit Systems
Das EES ist ein EU-weites System zur elektronischen Erfassung der Ein- und Ausreise von Drittstaatsangehörigen im Schengen-Raum. Im April 2026 sollte das System eigentlich an deutschen Flughäfen vollständig in Betrieb genommen werden. Reisende aus Drittstaaten, also Personen ohne EU-Staatsangehörigkeit, müssen sich darauf einstellen, dass ihre biometrischen Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder erfasst werden. Klassische Passstempel gehören bald der Vergangenheit an. Stattdessen wird die Einreise durch digitale Registrierung ersetzt. Was für eine Umstellung!
Doch die Umstellung hat ihre Tücken. Während der Anlaufphase sind längere Wartezeiten und zusätzliche Schritte bei der Einreise zu erwarten. Das bedeutet für viele Reisende, dass sie mehr Zeit für ihre Grenzkontrollen einplanen müssen. Wer in den Urlaub fliegen möchte, sollte sich daher vorab genau informieren und die Abläufe im Hinterkopf behalten. Die EU-Kommission hingegen erklärt, das EES habe im Großen und Ganzen gut funktioniert und stehe im Dialog mit den Mitgliedstaaten, die Anpassungen benötigen.
Ein Blick in die Zukunft
Langfristig soll das EES für schnellere Abläufe sorgen. Automatisierte Grenzkontrollen und mehr Self-Service-Gates sind in Planung. Die Hoffnung ist, dass der Wegfall der manuellen Passstempel den Prozess vereinfacht und die Sicherheit in der EU verbessert. Überzogene Aufenthalte könnten schneller erkannt werden, und Dokumentenbetrug wird erschwert. Ah, die Technik – manchmal ein Segen, manchmal ein Fluch. Ab dem letzten Quartal 2026 wird zudem eine kostenpflichtige Einreisegenehmigung (ETIAS) für EU-Ausländer notwendig, die kein Visum benötigen. Und das betrifft über 50 Länder, darunter die USA, Kanada und das Vereinigte Königreich.
Komischerweise wird man also in Zukunft noch mehr aufpassen müssen, was man in den Reisepass steckt. Ähnliche Systeme gibt es bereits in Großbritannien und den USA, und die Frage bleibt: Wird das EES endlich reibungslos laufen? Die Zeit wird es zeigen – und die Reisenden werden wohl nicht aufhören, ihre Geschichten vom Warten zu erzählen.
