Claudio Cesarano: Vom gescheiterten Bewerbungsgespräch zum CEO in der Reisebranche
In der Welt des Reisens gibt es Geschichten, die einfach den Atem rauben. Eine davon gehört Claudio Cesarano. Aufgewachsen in Luzern als Sohn einer Niederländerin und eines Italieners, sprach er schon früh drei Sprachen. Jedes Jahr reiste seine Familie nach Neapel – für ihn ein großes Vergnügen, das den Grundstein für seine Leidenschaft legte. Die Reisebranche hatte es ihm angetan, und sein Traum war es, eine Lehrstelle bei Ito Reisen in Luzern zu ergattern. Aber die Realität war hart: Bei einem Bewerbungsgespräch scheiterte er an der Frage nach der Hauptstadt von Ungarn, die ihm nicht einfiel. Budapest, so einfach und doch so entscheidend für seine Karriere. Diese Absage wurde jedoch zu einem Antrieb für ihn, um in der Branche durchzustarten und sich nach oben zu kämpfen.
Nach einer KV-Lehre in einer Autogarage und einer kurzen Station auf der Einwohnerkontrolle führte sein Weg zur SBB in Olten, wo er die Ausbildung zum Reisebüro-Profi absolvierte. Sein erster Job als Reiseleiter bei Escolette führte ihn nach Rhodos, obwohl er sich eigentlich auf Lloret de Mar gefreut hatte. Aber das Schicksal hatte andere Pläne. Weitere Einsätze in Österreich, Portugal und auf den Malediven folgten. Nach drei Jahren voller Erlebnisse kehrte er in die Schweiz zurück und schloss die Ausbildung zum Betriebsökonomen HWV ab. Mit fünf Jahren Erfahrung bei Smeraldo Tours im Rücken wechselte er 2000 zu Globo Study Sprachreisen, das heute als Linguista bekannt ist. Dies war der Beginn einer bemerkenswerten Karriere.
Die Höhen und Tiefen der Reisebranche
Im Jahr 2015 übernahm Claudio die Leitung der Media Touristik AG als CEO. Seit 2021 ist er Teil der Geschäftsleitung der Globetrotter Group. In einem Podcast spricht er über den Druck, der im Geschäft mit Sprachreisen herrscht, die Auswirkungen geopolitischer Spannungen wie dem Iran-Krieg auf die Globetrotter Group und seine Erlebnisse mit seiner offenen Art im Umgang mit Menschen. Es ist faszinierend, wie er die Herausforderungen der Branche meistert und gleichzeitig die Abwechslung und die Begegnungen mit Menschen schätzt.
In der Zeit nach der Pandemie hat sich der Sprachreisemarkt stark erholt. Linguista, unter Cesarano’s Führung, richtet sich strategisch neu aus und investiert in die Zukunft. Dominik Meyer, ein Branchenprofi mit über 15 Jahren Erfahrung, wird am 1. Februar die Geschäftsführung von Linguista übernehmen, begleitet von Tina Markutt, die als Verkaufsleiterin an Bord kommt. Diese Veränderungen sollen das Wachstum und die Expansion in neue Märkte vorantreiben – ein Schritt, der die Position von Linguista als führenden Anbieter von Sprachaufenthalten weiter stärken soll.
Ein Blick in die Zukunft der Reisebranche
Die Reisebranche, so zeigen aktuelle Studien, wächst trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. Laut einer Phocuswright-Studie wird der weltweite Reisemarkt bis 2026 die Zwei-Billionen-Dollar-Marke bei Brutto-Buchungen erreichen. Reisen haben für viele Menschen auch heute noch höchste Priorität, und die Ausgaben steigen kontinuierlich. Es gibt einen klaren Trend hin zu digitalen Buchungen, insbesondere unter jüngeren Reisenden, die immer häufiger auf Plattformen wie YouTube und Reddit zurückgreifen, um Inspiration zu finden.
Auch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Branche nimmt zu. Reisende erwarten genauere Ergebnisse und realistische Preisangaben von KI-gestützten Buchungssystemen. Gleichzeitig wird das Thema nachhaltiger Tourismus immer wichtiger, auch wenn viele Verbraucher oft nicht genau wissen, was das bedeutet. Die Reisebranche steht vor einer spannenden Zeit – mit Herausforderungen, aber auch mit großartigen Möglichkeiten.
