Die Vorfreude in der Reisebranche ist spürbar. Vom 29. November bis 3. Dezember 2026 findet der Israel Global Summit statt, organisiert vom israelischen Tourismusministerium. Hier kommen Reiseveranstalter, Reisebüros und Fachmedien aus aller Welt zusammen, um das vielfältige Reiseland Israel zu erkunden. Über 300 internationale Tourismusprofis werden erwartet – das klingt nach einer großartigen Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Beziehungen zu vertiefen.

Besonders spannend ist, dass aus dem deutschsprachigen Raum mehr als 30 Reisebüro- und Veranstaltungsmitarbeiter:innen ihre Anmeldung bereits bestätigt haben. Das Programm verspricht viel: Fachlicher Austausch, Networking, Besichtigungen und Reiseerlebnisse in den aufregenden Städten Jerusalem und Tel Aviv – das alles wird durch Abendveranstaltungen abgerundet. Am letzten Tag wird es einen B2B-Tag geben, bei dem Vertreter:innen der israelischen Tourismusindustrie vor Ort sind. Hier können bestehende Kontakte gepflegt und neue Partnerschaften geknüpft werden.

Ein Blick in die Zukunft des Tourismus

Die letzten Monate waren für die israelische Tourismusindustrie eine Herausforderung. Der direkte Austausch zwischen deutschen Veranstaltern und israelischen Partnern ist laut Ksenia Kobiakov, Direktorin des Staatlichen Israelischen Tourismusbüros für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wichtiger denn je. Der Summit soll dabei helfen, die Angebote für die kommende Saison gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die vergangenen Jahre waren geprägt von Unsicherheiten. Am 2. Februar 2026 fand ein Treffen von Vertretern der 17 staatlichen israelischen Tourismusbüros in Tel Aviv statt – das erste seit 2019. Rund 50 Tourismusexperten aus 17 Ländern kamen zusammen, um Strategien zu entwickeln, die Israel als Reiseziel wieder stärker zu positionieren. In Workshops und Breakout-Sessions wurden Best Practices ausgetauscht und neue Kommunikationsstrategien erarbeitet, um die internationalen Märkte besser anzusprechen.

Die aktuelle Situation

Doch die Realität ist auch von Herausforderungen geprägt. Fast zwei Jahre nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 steckt die Tourismusbranche in ihrer tiefsten Krise seit Jahrzehnten. Der Rückgang der Touristenzahlen ist alarmierend: Nur etwa eine Million Touristen besuchen Israel jährlich – ein massiver Rückgang im Vergleich zu 2019, als es noch 4,9 Millionen waren. Der Incoming-Tourismus, einst Israels fünfgrößter Exportsektor, hat an Bedeutung verloren. Aktuell liegt der Anteil am nationalen Export bei nur 2 Prozent.

Die Sicherheitslage und das beschädigte internationale Image sind große Hürden. Yossi Fattal, Direktor der Incoming Tour Operators Association, kritisiert, dass im Ausland vor allem negative Bilder aus Gaza wahrgenommen werden. Städte wie Tiberias und Nazareth, die stark vom Tourismus abhängen, leiden besonders. Auch wenn Tel Aviv noch belebt ist, bleibt der reguläre Tourismus weitgehend aus, was viele Unternehmen in eine schwierige Lage bringt.

In diesem Kontext wird der Israel Global Summit nicht nur eine Plattform für Vernetzung, sondern auch ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen in die israelische Tourismusbranche wiederherzustellen. Der direkte Austausch, die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer und die Möglichkeit, sich vor Ort von den neuen Angeboten zu überzeugen, könnten Schlüssel dazu sein, die Branche auf einen neuen Kurs zu bringen. Es bleibt spannend, wie sich die Lage entwickeln wird – die Hoffnung auf eine Rückkehr der Touristen ist ungebrochen.