Heute ist der 14.10.2026 und in der Reisebranche sieht es nicht gerade rosig aus. Der russische Inlandstourismus hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres an Schwung verloren. Laut dem Reiseveranstalterverband sind die Inlandsreisen von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um 3 bis 4 Prozent gesunken. Weniger Reisende und eine geringere Reiseaktivität sind die Hauptgründe dafür. Gerade in den Sommermonaten von Juni bis August waren die Rückgänge deutlich spürbar: Die Käufe von Reiseleistungen pro Nutzer gingen um 2,3 Prozent zurück, die Hoteldienstleistungen erlitten einen Rückgang von 2,9 Prozent, und die Zahl der Käufer von Hoteldienstleistungen fiel ebenfalls um 2,9 Prozent.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die Buchungen in der Region des Südlichen Föderationskreises, wo die Buchungen im Zeitraum von Mai bis August sogar um 16 Prozent zurückgingen. Hier spielen nicht nur die finanzielle Lage der Reisenden eine Rolle, sondern auch logistische Probleme wie unregelmäßiger Flughafenbetrieb, zahlreiche Flugausfälle und steigende Ticketpreise. Und dann gab es da noch die Frühjahrsüberschwemmungen im Nordkaukasus – das ganze Bild wirkt also ziemlich trübe.

Reiseverhalten im Wandel

Ein Blick auf die Gründe für den Rückgang zeigt, dass Reisende vor allem auf zusätzliche Kurztrips verzichten, um ihre Ausgaben zu senken. Das gewohnte Muster von drei Reisen pro Jahr – einem längeren Sommerurlaub, einer Neujahrsreise und einem Kurztrip an einem verlängerten Wochenende – scheint vorerst passé zu sein. Die Buchungsplattform Ostrovok hat beobachtet, dass die Kunden nun viel sorgfältiger planen. Vergleiche der Reiseziele und Unterkünfte sind an der Tagesordnung, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bedeutender denn je.

Im ersten Halbjahr 2026 unternahmen Ausländer insgesamt 2,99 Millionen Touristenreisen nach Russland, was einen Rückgang von 19,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Das schlechteste Ergebnis seit 2021! Flugausfälle, negative Berichte über Treibstoffmangel und hohe Reisekosten haben dazu beigetragen. Kurioserweise berichtet das Wirtschaftsministerium von einem Anstieg der Hotelübernachtungen um 23 Prozent – während Hoteliers von einem signifikanten Wachstum nichts wissen wollen. Komisch, oder?

Die Zahlen im Detail

Wohin der Trend geht, zeigt sich auch bei den Buchungen: Laut dem Vermittlerverband ATAG gab es 8 Prozent weniger Hotelbuchungen im Jahresvergleich. Doch trotz der geringeren Nachfrage stiegen die durchschnittlichen Transaktionsbeträge im Sommer. Flugtickets kosteten im Durchschnitt 22.100 Rubel, was einem Plus von 11,4 Prozent entspricht. Auch Hoteldienstleistungen zogen um 10,4 Prozent an. Und das, obwohl die Reisenden weniger unterwegs sind! Man könnte fast denken, dass höhere Rechnungen und weniger Reisen irgendwie Hand in Hand gehen.

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Ein Teil der Nachfrage hat sich offenbar ins Ausland verlagert. Der Vermittler Sletat.ru vermeldete einen Anstieg der verkauften Reisen im Sommer um 14,2 Prozent, wobei 85 Prozent des Umsatzes auf Auslandsreisen entfielen. Das macht deutlich, dass viele Russen ihre Koffer lieber in internationale Gefilde packen, auch wenn die Kosten dort höher sind. Und während die Zahl der Inlandsreisen sinkt, erleben wir einen Anstieg der Gesamtausgaben im Sommer: Hotels, Flugtickets und Reisebüros verzeichneten allesamt Zuwächse.

Internationaler Tourismus auf dem Vormarsch

<pIm ersten Halbjahr 2026 besuchten 2,5 Millionen internationale Reisende Russland, was einen Anstieg von 20,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. China allein stellte etwa 22 Prozent aller ausländischen Besucher und war damit der wichtigste Herkunftsmarkt. Diese Zahlen zeigen, dass der internationale Tourismus schneller wächst als der Inlandstourismus. Touristen aus dem Persischen Golf, der Türkei und Indien entdecken ebenfalls die Schönheiten Russlands, von Moskau bis Wladiwostok.

Und in der Politik wird auch nicht geschlafen: Russland hat die visafreie Einreise für berechtigte chinesische Staatsangehörige bis Ende 2027 verlängert. Das könnte ein weiterer Schritt sein, um den internationalen Tourismus anzukurbeln. Die historische Tourismusroute entlang der Großen Teestraße, die bis zu 20 russische Regionen umfasst, ist in der Umsetzungsphase. Wenn das alles gut geht, könnte der Tourismus in Russland bald wieder florieren. Aber bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden.