In einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten wie der Iran-Krieg die Reisebranche erschüttern, bleibt der Schweizer Reiseverband (SRV) optimistisch. Am 23. März 2026 diskutierte eine Expertenrunde, moderiert von Eveline Kobler, über die Herausforderungen und Chancen der Branche. Die Gäste, Martin Wittwer, Präsident des SRV, und Sonja Müller Lang, Inhaberin eines Reisebüros, beleuchteten nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch, wie sich die Kundenwünsche verändern und wie das die Angebote der Reisebüros beeinflusst. Der Trend zeigt klar: Die Reiselust der Schweizer ist ungebrochen, trotz der unsicheren Rahmenbedingungen, wie SRF berichtet.
Eine Umfrage des SRV veröffentlicht in der Medienkonferenz am 10. September 2025, stellte fest, dass die Buchungen für Sommerferien im Frühjahr zwar verhalten waren, jedoch zwischen Mitte Juli und Anfang August sprunghaft anzogen. Immer mehr Schweizer buchen ihre Reisen im Voraus, mit einem Trend zu einer sechsmonatigen Vorlaufzeit. Beliebte Sommerziele sind nach wie vor Spanien, Griechenland und die Türkei. Doch auch das Interesse an Skandinavien wächst, was zeigt, dass trotz steigender Preise die Nachfrage nach Reisen hoch bleibt.
Herausforderungen und Trends
Der Wettbewerb in der Branche ist schärfer denn je, was sich in bescheidenen Gewinnmargen niederschlägt. Neben der ungebrochenen Reiselust stehen die Reiseveranstalter und Reisebüros aber auch vor gewaltigen Herausforderungen. Globale Krisen, wie der Iran-Krieg, fordern die Branche, und die Rückführung tausender Touristen war nur ein Beispiel für die unmittelbaren Auswirkungen dieser Risiken. Dennoch bleibt die Buchung von organisierten Auslandsferien mit einem Volumen von etwa 2,5 Milliarden Franken stabil, trotz eines Rückgangs bei Reisen in die USA, der im Jahr 2025 um etwa zehn Prozent erwartet wird, so die Einschätzungen von Travelnews.
Die zunehmende Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) wird ebenfalls als bedeutender Zukunftstrend identifiziert, der das Reisegeschäft revolutionieren könnte. Reisebüros punkten dabei weiterhin mit individueller Beratung und maßgeschneiderten Angeboten, was bei den Kunden hoch im Kurs steht. So stieg der Anteil derer, die persönliche Beratung für wichtig halten, von 34% auf 46%. Ein gutes Händchen bei der Bereitstellung individueller Reisepläne wird immer entscheidender.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Fokus
Ein weiteres zentrales Thema in der Diskussion sind individuelle Wünsche der Reisenden nach Klima- und Umweltschutz. Der SRV hat sich zur Transparenz des Klimafußabdrucks der Reisen entschlossen und beteiligt sich an der Nachhaltigkeitsinitiative „KlimaLink“. Damit setzt die Branche ein Zeichen für verantwortungsvolles Reisen in einer Zeit, in der immer mehr Menschen Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Die Herausforderungen mögen groß sein, doch die ungebrochene Reise- und Entdeckerlust der Schweizer Bevölkerung bietet auch enorme Chancen für die Zukunft der Branche. Trotz der geopolitischen Risiken und der veränderten Kundenwünsche bleibt die Reisebranche in der Schweiz lebendig und anpassungsfähig. Die Zukunft wird zeigen, wie die Branche diese Herausforderungen meistert und gleichzeitig neue Wege geht, um den Wünschen ihrer Kunden gerecht zu werden.



