In der Tourismusbranche rumort es gewaltig: Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und der DRV-Tarifgemeinschaft hat am 25. Juni 2025 in Berlin ohne greifbares Ergebnis geendet. Die beteiligten Seiten stehen unter Druck, da eine Einigung über gerechte Arbeitsbedingungen und Gehälter für tausende Beschäftigte in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern längst überfällig ist. Verdi hat mittlerweile eine Umfrage unter seinen Mitgliedern gestartet, die bis zum 7. Juli laufen soll, um die Bereitschaft für mögliche Aktionen und Streiks abzufragen. Diese Umfrage könnte die Richtung des Tarifstreits entscheidend beeinflussen», berichtet aviation.direct.

Die Gewerkschaft zeigt sich unzufrieden mit dem Angebot der Arbeitgeber, welches sie als unzureichend erachtet. Demnach würde eine von der DRV-T vorgeschlagene Gehaltserhöhung von nur 2,5 Prozent für viele Beschäftigte faktisch bedeuten, dass ihre Löhne weiterhin unter dem gesetzlichen Mindestlohn bleiben. Besonders kritisch wird die Entwicklung der Ausbildungsvergütungen gesehen, die sich nur geringfügig über den gesetzlichen Mindestvergütung bewegen. Für die Branche, die seit 2018 keine neuen Tarifabschlüsse mehr verzeichnen konnte, ist dies alarmierend und könnte die Attraktivität von Ausbildungsplätzen deutlich mindern», ergänzt verdi in einer Pressemitteilung.

Die Forderungen von Verdi

Verdi hat klare Forderungen auf den Tisch gelegt: Neben einer einmaligen Zahlung von 1.000 Euro als Ausgleich für Jahre ohne Lohnsteigerungen soll es eine Erhöhung der Gehälter um mindestens 550 Euro brutto geben. Ab dem 1. Januar 2026 plant die Gewerkschaft eine weitere Erhöhung um 3 Prozent. Ihre ursprüngliche Forderung von 19,5 Prozent mehr Gehalt basiert auf dem erheblichen Reallohnverlust der vergangenen Jahre. Dies zeigt, dass der Druck zur Erhöhung der Gehälter in der Branche weiter zunimmt», fasst die Süddeutsche Zeitung zusammen.

Es ist ein klarer Aufruf zur Bewegung: Die Mehrheit der Angestellten in der Touristik ist überzeugt, dass die aktuelle Lage nicht tragfähig ist. Viele fordern dringend eine Lohnerhöhung, die ihrer Qualifikation und den Gegebenheiten einer modernisierten Branche Rechnung trägt. Um den bevorstehenden Streiks und möglichen Eskalationen vorzubeugen, könnte sich die DRV-T gezwungen sehen, ein verbessertes Angebot vorzulegen», analysiert aviation.direct.

Gehaltsstruktur in der Branche

Die Gehaltsstrukturen in der Reisebranche sind für Berufseinsteiger attraktiv, jedoch problematisch für langjährige Mitarbeiter. Einstiegsgehälter im Reisevertrieb liegen bei etwa 2.142 Euro brutto pro Monat für Berufsanfänger, während Büroleiter bei rund 2.730 Euro einsteigen. Das zeigt deutlich, dass die Brücke zwischen Ausbildungsvergütung und Angestelltengehalt verankert werden muss, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken», betont die Süddeutsche Zeitung.

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Die Tariflandschaft ist komplex: Momentan sind nicht alle Unternehmen von diesen Verhandlungen betroffen. Beispielsweise haben Dertour und Tui eigene, vorteilhaftere Gehaltserhöhungen vereinbart. Dies führt zu einer ungleichen Verteilung innerhalb der Branche und könnte langfristig die Loyalität der Mitarbeiter beeinflussen.

Die anhaltenden Gespräche scheinen nicht nur die angespannte Gehaltssituation zu beleuchten, sondern auch den Unmut der Beschäftigten. Der Reallohnverlust seit dem letzten Flächentarifvertrag ist enorm: Über 23 Prozent gehen auf das Konto stagnierender Gehaltserhöhungen. Ein Umstand, den die Reisenden mit der Aufregung um den Tarifstreit direkt zu spüren bekommen können. Sollte es tatsächlich zu Streiks kommen, könnte dies die ohnehin fragile Erholung der Branche gefährden», fasst die Süddeutsche zusammen.

Uneinigkeit und Unzufriedenheit prägen derzeit das Bild der Reisebranche. Die Ergebnisse der Umfrage von Verdi werden entscheidend dafür sein, in welche Richtung sich die Verhandlungen bewegen. Angesichts der drohenden Streiks steht fest: Da liegt was an! Die Weichen für eine Verbesserung müssen jetzt gestellt werden.