Oberursel im Aufbruch: Die neue Tourismusstrategie zwischen Business und Freizeit
Oberursel, das charmante Städtchen am Rande des Taunus, hat sich viel vorgenommen: Mit einer neuen Tourismusstrategie will die Stadt frischen Wind in die Übernachtungszahlen bringen und mehr Freizeitgäste anlocken. Während die Urlaubsregionen im Sommer oft ausgebucht sind, scheint es in Oberursel eher ruhig zuzugehen. Das macht die Sache natürlich nicht einfacher für die Hotels – insbesondere für das Elaya Hotel mit seinen 220 Zimmern, das sich hauptsächlich an Geschäftsreisende und Tagungskunden richtet. Hier übernachten die Gäste im Schnitt nur 2,1 Tage. Das klingt nach einer Herausforderung, oder?
Im Jahr 2025 zählte Oberursel 86.717 Besucher und insgesamt 183.339 Übernachtungen. Ein Zuwachs von fast 17 Prozent bei den Gästeankünften seit 2015 ist zwar erfreulich, doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Die Stadt hat erkannt, dass die Kombination von Geschäfts- und Freizeitreisen – auch als „Bleisure“ bekannt – einen wichtigen Zukunftsmarkt darstellt. Immer mehr Menschen möchten Arbeit und Erholung miteinander verbinden. Und genau hier setzt die neue Strategie an: Oberursel möchte Freizeittourismus stärker fördern und die Gäste länger halten.
Eine Strategie für die Zukunft
Der Tourismus in Oberursel ist derzeit stark eventbezogen, vor allem an den Wochenenden. Um langfristig mehr Menschen in die Stadt zu bringen, wurde ein Tourismusbeirat gegründet, der an der Ausarbeitung einer umfassenden Strategie arbeitet. Eine Studie zur Auswertung der Besuchergruppen ist bereits in Auftrag gegeben worden. Nach den Sommerferien sollen die geplanten Maßnahmen diskutiert werden. Unter anderem wird auch eine neue Homepage mit einem digitalen Stadtführer entwickelt – eine Maßnahme, die durch einen Tourismusbeitrag von 2 Euro pro Tag und Person finanziert wird. Dieser wurde seit 2025 erhoben und die Einnahmen sollen für touristische Maßnahmen und die Infrastruktur verwendet werden.
Das Parkhotel mit seinen 100 Zimmern empfängt ebenfalls Geschäftsreisende, aber auch Reisende, die die Freizeitangebote der Region erkunden möchten. Die Stärken der Stadt – die Nähe zu Frankfurt, die historische Altstadt und die Gastronomie – sollen nun verstärkt in den Vordergrund gerückt werden. Ideen für touristische Highlights, wie eine Sommerrodelbahn oder eine Seilbahn zum Feldberg, werden diskutiert, um das Angebot zu erweitern und für mehr Attraktivität zu sorgen.
Ein Blick über die Grenzen hinweg
Natürlich ist Oberursel nicht alleine mit seinen Herausforderungen. Auf bundesweiter Ebene hat die Bundesregierung die Fortschreibung der Nationalen Tourismusstrategie „Destination Zukunft – Tourismus gemeinsam gestalten“ veröffentlicht. Diese Strategie befasst sich mit zentralen Themen wie Reisen in Zeiten des Klimawandels, der Anwerbung von gut ausgebildetem Personal und der Nutzung der Digitalisierung in der Tourismusbranche. Die Vermeidung von Overtourism und die Förderung einer Willkommenskultur für internationale Gäste sind ebenfalls wichtige Aspekte.
Das zeigt, dass Oberursel und andere Destinationen in Deutschland in einem größeren Kontext eingebettet sind. Die Frage, wie wir Tourismus nachhaltig gestalten können, bewegt jeden, der in dieser Branche tätig ist. Der offene Austausch und die Eigenverantwortung der Akteure – das sind entscheidende Punkte, die auch in Oberursel in den kommenden Jahren eine Rolle spielen werden. Die Stadt hat die Chance, sich zu einem attraktiveren Ziel für Touristen zu entwickeln. Ob das gelingt? Die Weichen sind gestellt, jetzt heißt es: Anpacken und umsetzen!
