Bürokratie im Gastgewerbe: Bayern kämpft gegen den Zettelchaos!

Bürokratie im Gastgewerbe: Herausforderungen, Praxischeck-Ergebnisse und Maßnahmen zur Entlastung für Betriebe in Deutschland.
Bürokratie im Gastgewerbe: Herausforderungen, Praxischeck-Ergebnisse und Maßnahmen zur Entlastung für Betriebe in Deutschland. (Symbolbild/UH)

Bürokratie im Gastgewerbe: Bayern kämpft gegen den Zettelchaos!

Bayern, Deutschland - Im Gastgewerbe wird zurzeit viel über Bürokratie geredet – und das aus gutem Grund. Besonders kleine und mittelständische Betriebe klagen über die zahlreichen Dokumentationspflichten, die ihnen das Leben schwer machen. Mit einem Praxischeck, initiiert im Herbst 2024 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie die Bayerische Staatsregierung, soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. Gemeinsam mit Hoteliers, Gastronomen und Vertretern von Behörden wurde eruiert, welche bürokratischen Hürden die Branche belasten. Tageskarte berichtet, dass sich die Ergebnisse klar abzeichnen: Die Bürokratie ist oft zu kleinteilig, unübersichtlich und bloß eine zusätzliche Belastung, die Zeit und Geld kostet.

Dazu kommen Ängste der Betriebe, dass sie gesetzliche Vorgaben nicht ausreichend erfüllen, was zu einer Übererfüllung führt. Das klingt nicht nur nach viel Lärm um nichts, sondern zeigt auch, dass es hier dringenden Handlungsbedarf gibt. Der Praxischeck listet zahlreiche Maßnahmen, die helfen sollen, diese bürokratischen Hürden abzubauen.

Praktische Entlastungsmaßnahmen

Den Hoteliers und Gastronomen wurden unter anderem einige innovative Ansätze empfohlen, um den bürokratischen Aufwand zu minimieren. Beispielsweise könnte die mühsame schriftliche Ausarbeitung der HACCP-Hygieneregeln entfallen, wenn diese bereits durch Sachkenntnis abgedeckt sind. Auch die lückenlose Temperaturdokumentation könnte überflüssig werden, sofern keine gravierenden Mängel festgestellt werden. Eine Empfehlung ist die Erweiterung der Kontrollberichte – eine Vereinfachung, die den Betrieben zugutekommt.

Die Allergenkennzeichnung sollte ebenfalls weniger bürokratisch gestaltet werden: Statt schriftlicher Aufzeichnungen könnte eine mündliche Information ausreichen, die durch eine Aufklärungskampagne ergänzt wird. Weitere Vorschläge umfassen die Nutzung von Handyfotos zur Rückverfolgbarkeit von Waren für kleine Betriebe sowie eine Stärkung des Arbeitsschutzes durch kostenfreie Beratungen von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Bundeswirtschaftsministerium hat darüber hinaus das Ziel der Transparenz über Bürokratiekosten und die Schaffung bürokratiearmer Gesetze formuliert.

Ein Schulterschluss für den Bürokratieabbau

Die Erkenntnisse des Praxischecks sind klar: Bürokratieabbau ist möglich, wenn Verwaltung und Praxis zusammenarbeiten. Bayern geht hier als Vorreiter voran, und es wird ein Schulterschluss auf Bundesebene gefordert, um Lösungen flächendeckend umzusetzen. Die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Entlastung wird auch durch die neuesten Entwicklungen auf EU-Ebene unterstrichen. Deutschland und Frankreich haben im Oktober 2023 eine Initiative zur Bürokratieentlastung ins Leben gerufen, die gezielte Praxischecks auch auf europäischer Ebene vorsieht.

Der Staatssekretärsausschuss für „Bessere Rechtsetzung und Bürokratieabbau“ hat bereits das vierte Bürokratieentlastungsgesetz vorbereitet, mit dem Ziel, die Belastungen zu reduzieren. Zusätzlich wird seit 2023 kontrolliert, ob neue Regelungen den Digitalcheck bestanden haben. Eine transparente Kommunikation dieser Maßnahmen ist entscheidend für die Akzeptanz in der Branche und hilft, die Sorgen der Unternehmer zu lindern.

Insgesamt zeigt sich, dass die Zeit reif ist für Veränderungen im Bürokratieumfeld des Gastgewerbes. Das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und den Betrieben wird darüber entscheiden, ob diese Initiativen in der Praxis greifbare Ergebnisse liefern. Nur so können wir sicherstellen, dass die Gastronomie in Deutschland weiter floriert –und das mit einem guten Händchen für weniger Bürokratie!

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OrtBayern, Deutschland
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