Heute ist der 15.07.2026 und die Lage im deutschen Gastgewerbe ist, gelinde gesagt, herausfordernd. Der Deutschlandtourismus hat mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025 einen Rekord erreicht – das klingt doch erst einmal großartig! Doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Die saisonalen Schwankungen machen der Personalplanung zu schaffen. Im Juli 2025 wurden stolze 56,7 Millionen Übernachtungen gezählt, während es im beschaulichen Dezember nur 32,0 Millionen waren. Das wirft bei der Personalplanung einige Fragen auf, und das nicht nur in der Hochsaison.

Ein Blick auf den Fachkräftemangel zeigt ein alarmierendes Bild: Im Hotel- und Gaststättenbereich blieben 2022/2023 rund 17.000 Stellen unbesetzt – das sind 38,7 % aller offenen Stellen! Besonders betroffen sind Köche: Hier fehlen 7.555 Fachkräfte. Das ist kein Spaß, sondern eine echte Herausforderung für die Branche. Die Ausbildungszahlen sinken dramatisch, von 33.000 neuen Ausbildungsverhältnissen im Jahr 2009 auf nur 12.000 im Jahr 2022. Wer möchte schon in einem Beruf arbeiten, der als unattraktiv gilt? Unregelmäßige Arbeitszeiten, Überstunden und vergleichsweise niedrige Löhne tragen nicht gerade zur Beliebtheit bei.

Strategien zur Fachkräftesicherung

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, kommen Arbeitgeber nicht umhin, kreative Lösungen zu finden. Projekte wie „Guter Gastgeber – Guter Arbeitgeber“ sollen dazu beitragen, die 90.000 Beschäftigten, die von November bis März arbeitslos werden, wieder in die Betriebe zurückzuholen. Die Nebensaison muss aktiv gestaltet werden, um Umsatz und Beschäftigung zu fördern. Weiterbildung wird als ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterbindung hervorgehoben. Doch hier zeigt sich ein weiteres Manko: Lediglich 45,4 % der Unternehmen bieten klare Weiterbildungs- oder Entwicklungspfade an. Das ist eine verpasste Chance!

Die Bundesagentur für Arbeit macht klar, dass sie die berufliche Weiterbildung unterstützt und Qualifizierungsgeld gewähren kann. Doch viele Betriebe zögern. Dabei gibt es erfolgreiche Strategien zur Mitarbeiterbindung: Vertrauensvolle Führung, flexible Arbeitszeitmodelle und regelmäßige Mitarbeitergespräche sind nur einige der Maßnahmen, die helfen können, den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Ein Beispiel gefällig? Eine 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich – das klingt doch verlockend, oder?

Die Notwendigkeit von Veränderungen

Es wird deutlich, dass die Branche sich wandeln muss. Während der Corona-Pandemie mussten viele Mitarbeitende gehen oder orientierten sich neu – das hat tiefe Spuren hinterlassen. Ein Umdenken ist nötig. Resonanz-Tourismus, der auf Gastfreundschaft und menschliche Beziehungen setzt, könnte den traditionellen Massentourismus ersetzen. Unternehmen, die ihre Arbeitskultur und die Bedürfnisse potenzieller Mitarbeiter ernst nehmen, könnten als Arbeitgeber attraktiver werden. Die Resonanzfähigkeit des Unternehmens zu stärken, könnte der Schlüssel zur Lösung des Fachkräftemangels sein.

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Ein weiteres drängendes Problem ist der Wohnraumengpass in vielen Tourismusregionen. Betriebe, die bei Wohnlösungen unterstützen, könnten so ihre Attraktivität erhöhen. Mitarbeiterempfehlungen und Praktika als personalgewinnende Maßnahmen sind weitere Ansätze, die sich bewährt haben. Doch der Weg ist lang und steinig. Es gilt, geeignete Funktionen für ganzjährige Beschäftigung zu identifizieren und einen Jahresplan für Arbeitszeit und Qualifizierung zu erstellen. Ein wenig Planung kann hier Wunder wirken.

Die Branche lebt von gelingenden Beziehungen. Es braucht eine neue Kultur des Gebens und Nehmens, damit der Fachkräftemangel nicht zur Dauerbaustelle wird. In einem sich wandelnden Markt ist es entscheidend, die Verfügbarkeit und Bindung von Arbeitnehmern als Schlüsselfaktoren zu erkennen. Schließlich steht und fällt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands mit der Zufriedenheit und Loyalität seiner Mitarbeiter. Und das sollte für jeden Arbeitgeber Grund genug sein, aktiv zu werden.