Heute ist der 8.09.2026 und im Krefelder Gastgewerbe brodelt es gewaltig. Am Freitag, dem 11. September, steht die dritte Tarifrunde auf dem Plan. Rund 3540 Beschäftigte warten gespannt auf das, was da kommen mag. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat klare Forderungen formuliert: Eine Lohnerhöhung von sechs Prozent muss her! Auf der anderen Seite steht der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, der bisher nur 1,9 Prozent auf den Tisch legen konnte. Da fragt man sich, ob dies wirklich ausreicht, um den steigenden Lebenshaltungskosten Herr zu werden.

Die NGG kritisiert das Angebot scharf. Schließlich liegt die vorläufige Inflationsrate für August bei 2,9 Prozent, und das, was die Arbeitgeberseite bietet, ist kaum ein Tropfen auf den heißen Stein. Aktuell verdienen Fachkräfte im Krefelder Gastgewerbe 16,15 Euro pro Stunde, was bei Vollzeit auf etwa 2730 Euro brutto im Monat hinausläuft. Eine Erhöhung um 1,9 Prozent würde gerade einmal rund 52 Euro mehr in der Tasche bringen. Bei sechs Prozent aber wären es schon etwa 164 Euro – ein kleiner Lichtblick in einer sonst trüben Lage. Besonders betroffen sind Köche, Restaurant- und Hotelfachleute, die ihre wertvolle Arbeit leisten und dafür auch angemessen entlohnt werden sollten.

Herausforderungen und Forderungen

Doch nicht nur die Fachkräfte stehen im Fokus. Auch Beschäftigte ohne Ausbildung müssen sich mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde begnügen, der bis 2027 auf 14,60 Euro steigen soll. Die NGG fordert auch hier eine Erhöhung um sechs Prozent. Und was ist mit den Auszubildenden? Auch sie kämpfen um mehr Anerkennung: Höhere Vergütungen und die Übernahme der Kosten für das Deutschlandticket stehen auf ihrer Wunschliste.

Die Arbeitgeberseite gibt sich jedoch betont vorsichtig. Der Dehoga hat beim Tarifabschluss 2024 auf den hohen Kostendruck und die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Gastronomiebetriebe hingewiesen. Man hat sich damals immerhin auf Lohnerhöhungen in mehreren Schritten geeinigt – mit einer durchschnittlichen Anhebung von knapp 10,3 Prozent über zwei Jahre. Aber ob das in der aktuellen Situation reicht? Viele fragen sich, wie lange diese ungleiche Verteilung von Verantwortung noch gutgehen kann.

Ein Blick in die Zukunft

Der Entgelttarifvertrag für das Gastgewerbe in NRW ist nicht allgemeinverbindlich, was die ganze Sache noch komplexer macht. Die Unsicherheit schwebt über dem Sektor wie ein schwerer Nebel. In einer Branche, die ohnehin schon unter Druck steht, ist das Fehlen von verbindlichen Regelungen ein weiterer Stein im Schuh. Die Mitarbeiter, die mit viel Herzblut und Leidenschaft in ihren Berufen wirken, haben das Recht auf eine faire Entlohnung. Wie wird sich die Lage entwickeln? Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen, wenn die Verhandlungen in die nächste Runde gehen. Die Hoffnung bleibt, dass ein Kompromiss gefunden wird, der sowohl den Beschäftigten als auch den Arbeitgebern gerecht wird.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren