In Krefeld brodelt es! Der Fahrplantakt der Straßenbahnlinie 041 soll von zehn auf 15 Minuten verlängert werden. Ein Schritt, der auf den ersten Blick vielleicht harmlos wirkt, doch die Wellen, die dieses Vorhaben schlägt, sind alles andere als klein. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sowie der Handelsverband haben sich klar gegen diese geplante Ausdünnung ausgesprochen. Sie sehen die wirtschaftlichen Folgen, die damit einhergehen könnten, als gravierend an. Am 5. November wird der Krefelder Stadtrat darüber entscheiden – ein Datum, das man sich merken sollte, denn die Zukunft des Nahverkehrs in der Stadt steht auf dem Spiel.

Dehoga-Vorsitzender Antonios Arabatzis bringt es auf den Punkt: Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr ist ein entscheidender Standortfaktor. Die Verbände warnen, dass eine schlechtere Anbindung die Aufenthaltsqualität in Krefeld negativ beeinflussen könnte. Wer will schon in ein Restaurant oder zu einer Veranstaltung fahren, wenn die Straßenbahn seltener fährt? Das Argument der Bequemlichkeit ist stark. Geschäftsführer Markus Ottersbach vom Handelsverband betont, dass es einen großen Unterschied macht, ob die Bahn alle zehn oder alle 15 Minuten kommt. Und ganz ehrlich – wer hat schon Lust, ewig auf die nächste Bahn zu warten?

Wirtschaftliche Bedenken und mögliche Folgen

Jetzt meldet sich auch die Ratsgruppe Luks zu Wort. Sie hat für die Ratssitzung am 5. November einen Fragenkatalog zu den Plänen der Stadtwerke Krefeld eingereicht. Hintergrund ist die Angst vor Folgekosten, die durch die geplante Taktveränderung entstehen könnten. Die Ratsgruppe bezweifelt, dass die Maßnahme einen positiven wirtschaftlichen Effekt für Krefeld haben wird. Die Fragen richten sich an die Stadtverwaltung und sollen klären, was genau auf Krefeld zukommt, wenn die Straßenbahn langsamer fährt. Es klingt fast nach einem Sturm im Wasserglas, aber die Sorgen sind durchaus berechtigt.

Ein verlässliches öffentliches Verkehrssystem ist nicht nur für die Kunden wichtig, sondern auch für die vielen Beschäftigten im Gastgewerbe. Viele von ihnen sind auf den ÖPNV angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Und wenn die Anreise für die Gäste umständlicher wird, könnte das dazu führen, dass weniger Menschen nach Krefeld kommen – sei es für einen Restaurantbesuch, eine Veranstaltung oder einen Kurzurlaub in einem der schönen Hotels der Stadt. Die Debatte über die Linie 041 wird somit zum zentralen Thema, wenn es um die künftige Entwicklung der Krefelder Innenstadt geht.

Die Verbände stellen klar: Eine Verschlechterung der Erreichbarkeit widerspricht dem Ziel, die Innenstadt zu beleben und mehr Besucher anzuziehen. Die Angst vor einem Nahverkehr, der nicht mehr attraktiv genug ist, schwebt wie ein Schatten über Krefeld. Dabei könnte ein attraktives ÖPNV- und Radwegeangebot dazu beitragen, dass die Menschen seltener das Auto nutzen und stattdessen lieber die Straßenbahn nehmen. Es bleibt abzuwarten, wie die Entscheidung des Stadtrats am 5. November ausfällt und welche Konsequenzen sie für die Krefelder Innenstadt und die Hotellerie haben wird.