Heute ist der 26.09.2026 und die Sorgen im deutschen Gastgewerbe wachsen – und das nicht nur wegen der steigenden Preise für Grundnahrungsmittel oder dem Fachkräftemangel. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hat kürzlich eine Mitmach-Plattform ins Leben gerufen, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die geringfügige Beschäftigungsverhältnisse betreffen. Die geplanten gesetzlichen Änderungen drohen, die laufenden Kosten für Minijobs drastisch zu erhöhen. Fast 7 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in Minijobs, wobei 95% diese Tätigkeit als zusätzliches Einkommen betrachten. Das klingt zunächst positiv, doch die Realität sieht düster aus: Lediglich 5,3% der geringfügig Beschäftigten haben die Möglichkeit, in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung zu wechseln.

Die aktuellen Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs liegen bei 31,17% des Lohns, doch DEHOGA warnt, dass diese Zahl auf bis zu 42,27% ansteigen könnte. Das würde die jährlichen Arbeitskosten im Gastgewerbe um fast 72 Millionen Euro erhöhen! Diese Zahlen sind alarmierend und könnten das gesamte Gefüge der Branche ins Wanken bringen. DEHOGA fordert die Politik auf, die zusätzlichen finanziellen Belastungen abzuwenden und auf Arbeitgeberbeiträge zur Pflegeversicherung zu verzichten. Ein Vorschlag, der die Pauschalsteuer von 2% auf 5% erhöht, wird im Regierungsentwurf zur Einkommensteuerreform ab 2027 verankert – ein weiterer Schlag ins Gesicht für die ohnehin schon gebeutelten Gaststättenbesitzer.

Der Druck wächst

Ab dem 1. Januar 2027 wird der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro auf 14,60 Euro angehoben, und die Minijob-Verdienstgrenze steigt von 603 Euro auf 633 Euro. Das klingt zwar nach einem Fortschritt, aber wer wird das alles bezahlen? Das Gastgewerbe hat über 951.000 Minijobber, und der Frauenanteil in diesem Sektor liegt bei 56%. Das bedeutet, dass viele Frauen auf diese flexiblen Arbeitsmöglichkeiten angewiesen sind, um ihre Familien zu unterstützen. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick betont, dass Minijobs bezahlbar bleiben müssen, um die Beschäftigungsfähigkeit der Branche nicht zu gefährden.

Die Denkfabrik Zukunft Gastwelt fordert verbesserte Anreize für Mehrarbeit und den Übergang in sozialversicherungspflichtige Stellen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Realität sieht oft anders aus. Viele Minijobber sind in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen und haben in der Regel nicht länger als fünf Jahre geringfügig gearbeitet. Was passiert, wenn diese Menschen plötzlich in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung gedrängt werden? Viele haben einfach nicht die Stunden, um den Lebensunterhalt zu sichern. Die Vorstellung, dass Minijobs sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verhindern, ist ein Argument, das viele nicht nachvollziehen können.

Ein Aufruf zur Aktion

Wirtschaftsverbände protestieren gegen die Pläne der Rentenkommission, die eine vollständige Abschaffung des Sonderstatus für Minijobs nur für Schülerinnen und Schüler vorschlagen. DEHOGA warnt, dass diese Maßnahmen katastrophale Folgen für das Gastgewerbe hätten. Rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte sind in dieser Branche tätig, und sie sichern nicht nur die Abendstunden und Wochenenden, sondern helfen auch, saisonale Nachfragespitzen abzudecken. Eine flexible Beschäftigung hat sich als essenziell erwiesen.

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Was mir dabei besonders zu denken gibt: Die Minijobs bieten eine Möglichkeit für viele, die in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Sie verhindern, dass sich Menschen in die Schwarzarbeit flüchten müssen. Wenn wir also über die Abschaffung von Minijobs sprechen, müssen wir auch über die realen Konsequenzen nachdenken. Die DEHOGA-Position ist klar: Es braucht mehr Flexibilität und Anreize für Beschäftigung in Deutschland – die Vorschläge zur Verteuerung der Minijobs machen Arbeit einfach unattraktiver.

In einer Zeit, in der wir auf ein Ende der Pandemie hoffen und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen wollen, dürfen wir nicht den Fehler machen, die geringfügig Beschäftigten weiter zu belasten. Es ist an der Zeit, dass die Politik auf die Bedürfnisse der Branche hört und entsprechende Maßnahmen ergreift. Denn ohne Minijobs könnte das gesamte System ins Wanken geraten.