Im Herzen des hessischen Gastgewerbes brodelt es. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat in einem offenen Brief an Hoteliers und Gastronomen scharfe Kritik geübt. Geschäftsführer Hendrik Hallier spricht von „Respektlosigkeit“ seitens der Arbeitgeberseite, konkret dem Arbeitgeberverband Dehoga Hessen. Es geht um die laufenden Tarifverhandlungen, die durch provokante Äußerungen seitens Dehoga-Mitglieder belastet werden. Die Forderung, Beschäftigte sollten für mehr Geld öfter an Sonntagen arbeiten, sorgt für Empörung. Das lässt die Wogen hochgehen!

Hallier berichtete, dass einige Arbeitgeber sogar angedeutet hätten, nicht alle Arbeitnehmer könnten sich eine eigene Mietwohnung leisten. Das ist ein Schlag ins Gesicht für viele, die sich mühen, in dieser Branche über die Runden zu kommen. Die Verhandlungen sind angespannt. Dehoga Hessen bietet eine Entgelterhöhung von lediglich 2,5 Prozent über eine Laufzeit von 30 Monaten an, während die NGG ein deutlich höheres Plus von 7,5 Prozent sowie einen jährlichen Gesundheitszuschuss von 300 Euro fordert. Ein gewaltiger Unterschied, der in der Branche für viel Gesprächsstoff sorgt.

Die Hintergründe der Diskussion

Die nächste Verhandlungsrunde steht bereits vor der Tür – am Montag treffen sich die Parteien erneut. Und dabei ist die Stimmung angespannt. Dehoga-Hauptgeschäftsführer Gisbert Kern hat auf die hohen Zuschläge für Sonntagsarbeit verwiesen, die es seit zwei Jahren gibt. Ab April 2024 soll ein Manteltarifvertrag in Hessen gelten, der einen steuerfreien Aufschlag von 25 Prozent auf den Stundenlohn für Sonntagsarbeit vorsieht. Doch die NGG sieht das Angebot als unzureichend an und spricht von einem drohenden Reallohnverlust für die Beschäftigten über zweieinhalb Jahre.

Am 12. Januar 2026, als die erste Tarifverhandlung ohne Ergebnis endete, war die Enttäuschung auf beiden Seiten spürbar. Der aktuelle Entgelttarifvertrag wurde zum 31. Dezember 2025 gekündigt, was den Druck erhöht. NGG fordert nicht nur eine Gehaltserhöhung, sondern auch eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 7,5 Prozent. Das Arbeitgeberangebot hingegen sieht eine Lohnerhöhung von lediglich 1 Prozent vor, und das auch noch ohne eine Verbesserung für ungelernte Arbeitskräfte. Hallier nennt das Angebot eine „Provokation“ und hat mit einem Schock auf die Reaktion der Arbeitgeber reagiert.

Die Realität der Beschäftigten

Die Umfrage unter Beschäftigten des Gastgewerbes ist alarmierend. Ganze 90 Prozent berichten von einer erhöhten Arbeitsbelastung, wobei 73 Prozent den Personalmangel als Hauptursache angeben. Das ist ein ernstes Signal, das nicht ignoriert werden kann. Die NGG hat sich klar positioniert: Sie wird die Verhandlungen nur fortsetzen, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wird. Die betroffenen Unternehmen im Tarifgebiet sind namhaft und umfassen große Namen wie das Crowne Plaza Frankfurt Congress Hotel, Steigenberger Hotels und das Hilton Frankfurt City Centre.

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Die Situation bleibt angespannt. Auf der einen Seite stehen die Arbeitnehmer mit berechtigten Forderungen, auf der anderen Seite die Arbeitgeber, die sich in ihrer finanziellen Flexibilität eingeschränkt fühlen. Ob und wie sich dieser Tarifstreit lösen lässt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Stimmen der Beschäftigten müssen gehört werden, denn sie sind das Herzstück der Branche.