Es gibt Neuigkeiten aus dem nordrhein-westfälischen Gastgewerbe, die sowohl für Arbeitgeber als auch für Beschäftigte von großer Bedeutung sind. Nach schwierigen Verhandlungen haben die DEHOGA Nordrhein-Westfalen und die NGG NRW einen neuen Tarifabschluss erzielt, der bis Mitte 2028 Gültigkeit hat. Das klingt nach einer erfreulichen Wende in einer Branche, die in den letzten Jahren nicht gerade mit wirtschaftlichen Höhenflügen aufwarten konnte. Ganz im Gegenteil, die Situation bleibt angespannt. Laut Berichten sind die realen Umsätze im Jahr 2022 um satte 14,9 Prozent im Vergleich zu 2019 gesunken. Oje, das ist nicht gerade das, was man sich für die Gastronomie wünscht!

Der neue Tarifvertrag bringt nun einen Lichtblick: Die Entgelte steigen schrittweise in drei Stufen. Ab dem 1. Oktober 2026 gibt es eine Erhöhung um 2,2 Prozent, gefolgt von 2,6 Prozent am 1. Januar 2027 und weiteren 2,2 Prozent am 1. Januar 2028. Damit wird der tarifliche Einstiegslohn auf 14,40 Euro festgelegt. Das ist immerhin ein gewisser Fortschritt, auch wenn die Gewerkschaft NGG während der Verhandlungen mehr gefordert hatte. Sie hielten die ersten Arbeitgeberangebote für zu niedrig – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie 6 Prozent mehr Lohn und einen Mobilitätszuschuss für Auszubildende ins Spiel brachten.

Ausbildung und Perspektiven

Ein weiterer Punkt, der nicht unbeachtet bleiben sollte, sind die Ausbildungsvergütungen. Diese werden ebenfalls erhöht: Ab dem 1. Oktober 2026 um 20 Euro und dann nochmals um 20 Euro ab dem 1. August 2027 für das dritte Ausbildungsjahr, das 1.420 Euro (2026) und 1.440 Euro (2027) betragen wird. Das klingt nicht nur gut für die angehenden Fachkräfte, sondern könnte auch helfen, den Personalmangel in der Branche zu mildern. Wenn man bedenkt, dass in Münster, einem Hotspot der Gastronomie, rund 9.800 Beschäftigte arbeiten und gleichzeitig 75 offene Stellen sowie 22 unbesetzte Ausbildungsplätze existieren, wird klar, wie dringend Veränderungen notwendig sind.

Doch was ist mit der wirtschaftlichen Lage? Sie bleibt angespannt. Die Inflation, die im August 2026 bei 2,9 Prozent lag, macht es nicht einfacher. Auch die steigenden Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel setzen den Betrieben zu. DEHOGA-NRW-Präsident Andreas Büscher hat in diesem Zusammenhang betont, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Beschäftigten und der Leistungsfähigkeit der Betriebe zu finden. Hier wird deutlich, dass die Branche in einer echten Zwickmühle steckt.

Ein Blick in die Zukunft

Die nächste Tarifrunde steht bereits vor der Tür. Am 11. September 2023 wird erneut verhandelt. Die Arbeitgeberseite hat bereits unterschiedliche Erhöhungen angeboten, aber ob das ausreicht, um den Forderungen der NGG gerecht zu werden, bleibt abzuwarten. Schließlich ist der alte Entgelttarifvertrag zum 31. Mai 2026 kündbar, und viele hoffen auf einen fairen Abschluss. Die Diskussion um die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie wird ebenfalls spannend bleiben. Momentan liegt sie bei 7 Prozent, und die Frage ist, wie sich das auf die Preisgestaltung und die Löhne auswirken wird.

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All das zeigt, dass das nordrhein-westfälische Gastgewerbe vor großen Herausforderungen steht und die kommenden Monate entscheidend sein werden. Die Hoffnung auf eine positive Wende bleibt, aber dazu sind klare und faire Lösungen nötig. Die Branche braucht jetzt mehr denn je einen starken Zusammenhalt und eine klare Perspektive, um aus der Krise herauszukommen.