Saudi-Arabien kündigt 623.000 neue Beherbergungseinheiten während des World Travel Market in London an
Saudi-Arabien präsentiert sich in neuem Glanz und mit beeindruckenden Zahlen. Am 4. November 2026 hat die saudische Tourismusbehörde während des World Travel Market in London bekannt gegeben, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 623.000 lizenzierte Beherbergungseinheiten zur Verfügung stehen. Das sind nicht nur Zahlen – das ist ein klares Zeichen für den wachsenden Tourismussektor des Königreichs. Diese Ankündigung ist ein Teil einer umfassenden Strategie, die darauf abzielt, Saudi-Arabien als erstklassiges Reiseziel zu etablieren.
Die Zahl umfasst nicht nur die üblichen Hotelzimmer, sondern auch eine breite Palette an genehmigten Unterkünften. Zu den neu lizenzierten Betrieben gehören über 44.000 Zimmer, die Teil dieser beeindruckenden Gesamtzahl sind. Interessanterweise sagt diese Kennzahl jedoch nichts über die tatsächliche Auslastung oder die Rentabilität der Einheiten aus. Es bleibt also abzuwarten, wie viele dieser Einheiten tatsächlich geöffnet sind und wie sie sich im Markt schlagen.
Fokus auf den internationalen Tourismus
Die saudische Delegation hat in London nicht nur Zahlen präsentiert, sondern auch aktiv mit internationalen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften Gespräche geführt. Am „Saudi Land“-Pavillon nahmen 37 Partner aus dem Tourismussektor teil, die Angebote für verschiedene Destinationen wie Riad, Dschidda, AlUla und das Rote Meer vorstellten. Tourismusminister Ahmed Al Khateeb eröffnete den Pavillon und sprach über die steigende Nachfrage in der Wintersaison sowie über zukünftige Programme, die den Tourismus weiter ankurbeln sollen.
Saudi-Arabien hat im ersten Halbjahr 2026 bereits 61,2 Millionen Touristen empfangen, was einem Anstieg von etwa 1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Mit Tourismuseinnahmen von 151,9 Milliarden Riyal zeigt sich, dass das Königreich auf dem richtigen Weg ist, um bis 2030 jährlich 150 Millionen Touristen anzuziehen. Das klingt alles ziemlich vielversprechend, oder?
Die Vision 2030 und der Wandel
Die Transformation des saudischen Tourismussektors ist Teil der umfassenden Vision 2030. Vor nur zehn Jahren konnte man in Saudi-Arabien kein Touristenvisum erhalten, und die Auswahl an Freizeitaktivitäten war stark begrenzt. Heute sieht die Realität ganz anders aus. Die Einführung des eVisums und die Lockerung gesellschaftlicher Beschränkungen haben dem Freizeittourismus einen enormen Schub gegeben. Kinos, große Veranstaltungen und internationale Sportereignisse sind nun Teil des Alltags.
Die saudische Regierung plant, den Tourismusanteil am Bruttoinlandsprodukt von aktuell etwa 3 Prozent auf 10 Prozent bis 2030 zu steigern. Die Strategie sieht eine Mischung aus Luxus-, Mittelklasse- und Budgetunterkünften vor, wobei große internationale Hotelketten wie Marriott, Hilton und Accor bereits Expansionspläne angekündigt haben. Dazu kommen heimische Unternehmen, die mit Unterstützung des Public Investment Fund (PIF) ebenfalls aktiv in den Hotelbau investieren.
Die Herausforderungen und Chancen
Trotz der positiven Entwicklung gibt es auch Herausforderungen. Saudi-Arabien steht im regionalen Wettbewerb mit Destinationen wie Dubai, Oman und Katar. Zudem gibt es internationale Bedenken in Bezug auf Menschenrechte und Sicherheitsfragen, die das Land überwinden muss, um das volle Potenzial des Tourismus auszuschöpfen. Auch die extremen Sommertemperaturen schränken den Außentourismus ein, aber Küsten- und Bergregionen wie das Rote Meer oder Trojena bieten spannende Alternativen.
Die Vision 2030 ist mehr als ein bloßer Plan – sie ist eine Einladung, die Zukunft des Königreichs mitzugestalten. Das touristische Angebot wird durch Gigaprojekte wie das The Red Sea und AMAALA ergänzt, die Luxus und Nachhaltigkeit verbinden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen in den kommenden Jahren entfalten werden.
