Wirtschaftlicher Sturm: Die unsichtbare Bedrohung für das Gastgewerbe in Deutschland
Heute ist der 19.08.2026, und während ich diesen Artikel für unser Hotelmanager-Magazin tippe, spüre ich fast die Schwingungen der Unsicherheit, die über der deutschen Wirtschaft liegen. Ein Blick auf die Zahlen und Trends lässt einen nicht kalt. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 187.744 Unternehmensschließungen registriert – der höchste Stand seit 2007. Das sind etwa 21 Firmen, die jede Stunde die Pforten schließen. Ein unübersehbarer Trend, der nicht nur das Handwerk und die Industrie betrifft, sondern auch das Gastgewerbe. Ich kann mir gut vorstellen, wie viele Gastronomen und Hoteliers angesichts dieser Situation um ihre Existenz bangen.
Die Gründe sind vielfältig. Hohe Energiepreise und steigende Personalkosten setzen den Betrieben ganz schön zu. Besonders dramatisch ist es im Gastgewerbe, wo rund 15.000 Betriebe aufgegeben haben. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der demografische Wandel spielt ebenfalls eine Rolle. Viele Unternehmer erreichen das Rentenalter und finden keine Nachfolger. Das ist ein echtes Dilemma, das nicht nur in den großen Städten, sondern auch in kleinen Dörfern spürbar ist.
Eine alarmierende Entwicklung
Und als ob das nicht schon genug wäre, erleben wir 2024 eine Welle an Unternehmensschließungen, die an die Finanzkrise 2009 erinnert. Rund 196.100 Unternehmen haben in diesem Jahr in Deutschland endgültig die Segel gestrichen – ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neun von zehn dieser Schließungen sind nicht auf eine Insolvenz zurückzuführen. Stattdessen sind es kleine und mittelständische Unternehmen, die unter dem Druck von steigenden Lohnkosten und wachsender Bürokratie leiden.
Besonders betroffen ist das verarbeitende Gewerbe, in dem über 19.000 Betriebe geschlossen wurden, was einen Anstieg von 19 Prozent ausmacht. Die technologieintensiven Branchen haben es ebenso hart getroffen, mit rund 13.800 geschlossenen Unternehmen – ein Plus von 24 Prozent. Wenn ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass im Hintergrund ein enormer Konkurrenzdruck und ein Fachkräftemangel wirken. Es ist frustrierend, dass einige Unternehmen trotz voller Auftragsbücher schließen müssen, weil sie nicht die passenden Mitarbeiter finden können.
Ein Blick in die Zukunft
Die Schließungswelle betrifft nicht nur die kleinen Betriebe. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern endet fast jede zweite Schließung mit einer Insolvenz. Was für eine erschreckende Statistik! Und während wir über die Statistiken sprechen, fällt mir auf, dass die Zahl der Neugründungen im verarbeitenden Gewerbe seit Jahren sinkt. 2023 wurden nur 5.800 Unternehmen gegründet. Das ist wie ein Teufelskreis, der sich da zusammenbraut. Immer mehr Unternehmer, die über 60 Jahre alt sind, planen, ihre Geschäfte stillzulegen, oft weil es einfach an Nachfolgen mangelt.
Es gibt allerdings auch Lichtblicke. Neue Geschäftsmodelle entstehen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Aber viele Unternehmer zögern, in diese neuen Technologien zu investieren. Fehlt es an Mut oder Kapital? Vielleicht beides. Die Unsicherheit, die die wirtschaftliche Lage mit sich bringt, ist ein ständiger Begleiter.
Man fragt sich, wie lange wir diese Situation noch ertragen können. Die Schließungsquote im verarbeitenden Gewerbe liegt derzeit bei 6,4 Prozent – das ist höher als während der Finanzkrise 2009. Das Gefühl von Beklemmung ist nicht zu leugnen. Die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte, gepaart mit der Auswanderung von Hunderttausenden Deutschen, verschärft den Druck auf unseren Standort. Es ist wirklich ein schmaler Grat zwischen Optimismus und Pessimismus, auf dem wir uns bewegen.
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