Die Machtspiele der Buchungsplattformen: Ein Weckruf für die Hotellerie
Heute ist der 23.09.2026 und die Wellen in der Hotelbranche schlagen hoch. Der Vorwurf, dass Booking.com gegen den europäischen Digital Markets Act (DMA) verstößt, sorgt für ordentlich Aufregung. Seit Mai 2024 trägt die Plattform offiziell den Titel des Gatekeepers und damit auch die Verantwortung für faire und transparente Bedingungen. Doch während viele Hotelbetriebe auf diese Veränderungen hoffen, erleben sie oft weiterhin die einseitigen Vorgaben des Giganten. Laut einer aktuellen Studie von HOTREC entfallen in Österreich beeindruckende 73,9% aller digitalen Buchungen auf Booking.com. Das ist eine enorme Dominanz!
ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer hat es auf den Punkt gebracht: Er spricht von einem Diktat, das die Betriebe zwängt. Die Interessensvertretung fordert gleich fünf Korrekturen, um die Handlungsfreiheit der Hoteliers zu sichern. Da wären zum Beispiel die Preise – die sollen nur mit Zustimmung der Hotels rabattiert werden dürfen. Und das Ranking? Da will man die Offenlegung aller Faktoren, um Benachteiligungen zu vermeiden. Auch die Gebühren müssen transparenter werden, und Stornierungen sollten nur mit Zustimmung der Betriebe erfolgen. Zu guter Letzt: Kontensperrungen sollen nur bei objektiv nachprüfbaren Gründen und nach angemessener Frist zur Stellungnahme geschehen.
Die Angst der Hoteliers
Ein großes Problem bleibt die Angst vieler Hoteliers vor Ranking-Verlusten oder gar Kontensperrungen. Viele von ihnen wagen keinen Einspruch aus Furcht vor den Konsequenzen. Dies hat zur Folge, dass die Hoteliers oft wie Schachfiguren auf einem großen Spielbrett agieren, ohne die Möglichkeit, ihre eigenen Züge zu machen. Die ÖHV hat sich zur Aufgabe gemacht, als Vorkämpfer für die Betriebe aufzutreten und die Stimme zu erheben. Gratzer appelliert an die österreichische Bundesregierung, die Beschwerde in Brüssel zu unterstützen.
Es bleibt abzuwarten, ob die Forderungen der Hoteliers Gehör finden werden. Die Unsicherheit bleibt, doch die Branche zeigt sich kämpferisch. Die Frage, wie es mit der digitalen Buchungslandschaft weitergeht, beschäftigt viele. Wird Booking.com seine Machtposition überdenken müssen? Oder bleibt alles beim Alten? Die Zukunft ist ungewiss, aber das Engagement der Hoteliers ist spürbar.
Mit jedem Tag, der vergeht, wird klarer, dass ein Umdenken notwendig ist. Die Hotellerie in Österreich ist nicht nur ein Wirtschaftszweig, sondern auch ein wichtiger Teil der Kultur und der Gastfreundschaft. Die Stakeholder müssen zusammenarbeiten, um eine faire und transparente Zukunft zu schaffen. Denn letztendlich profitieren nicht nur die Betriebe, sondern auch die Gäste von einem fairen Wettbewerb und einem ausgewogenen Markt.
