Heute ist der 4.05.2026 und die Schweizer Hotellerie steht vor einer spannenden, aber herausfordernden Zeit. Mit einem Umsatz von 6,2 Milliarden Franken im Jahr 2025, was einem Umsatzwachstum von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, zeigt die Branche zwar positive Zahlen. Doch hinter der glänzenden Fassade verbirgt sich eine Realität, die weniger rosig ist. Der durchschnittliche Preis pro Logiernacht steigt nur um 0,6 Prozent auf 139,80 Franken. Das Wachstum ist also eher volumengetrieben, nicht ertragsgetrieben. Und das ist ein Problem.

Die Mehrheit der Hotels, vor allem im beliebten Drei-Sterne-Segment, kämpft gegen stagnierende Preise und gleichzeitig steigende Kosten an. Das führt dazu, dass die Margen unter Druck stehen und Investitionen immer schwieriger werden. Die Zukunftsperspektiven? Ehrlich gesagt, eher unsicher. Es ist kein Boom, sondern ein Strukturwandel in der Branche, der einige Betriebe das Überleben kosten könnte. Besonders die mittelständische Hotellerie hat es schwer – ohne Skalenvorteile oder Preissetzungsmacht wird das Überleben zur echten Herausforderung.

Fachkräftemangel und Digitalisierung

Ein weiteres großes Thema, das die Branche belastet, ist der Fachkräftemangel im operativen Bereich. Das ist kein neues Problem, eher ein strukturelles, das nicht einfach so behoben werden kann. Die Suche nach qualifiziertem Personal wird immer schwieriger. Gleichzeitig bringen Digitalisierung und neue Distributionsmodelle zusätzliche Herausforderungen mit sich. Das bedeutet mehr Arbeit für weniger Ertrag – und das bei einer Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der Realität. Während Rankings wie die „101 besten Hotels“ ein verzerrtes Bild der Branche vermitteln, kämpfen viele Betriebe ums Überleben.

Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass die Branche zwar wächst, aber unter dem Strich bleibt oft nicht viel übrig. Laut dem jährlich veröffentlichten Branchenspiegel von GastroSuisse – der in seiner 30. Ausgabe für das Jahr 2025 erscheint – wird die Entwicklung und die Herausforderungen des Gastgewerbes intensiv beleuchtet. Das Konsumverhalten der Gäste, die Umsatzentwicklung und die aktuelle Personalsituation sind zentrale Themen, die alles andere als einfach sind. Die Dynamik im Weihnachtsgeschäft und die Notwendigkeit, mit dem Thema Food Waste umzugehen, sind weitere Schwerpunkte.

Die Zukunft der Hotellerie

So stellt sich die Frage: Welche Betriebe werden zukünftig profitabel arbeiten können? Die Antwort darauf bleibt ungewiss. Mit einem Netto-Wachstum der Branche und einem ständigen Blick auf betriebswirtschaftliche Statistiken wird es entscheidend sein, wie sich die Betriebe auf die Herausforderungen einstellen. Die Maßnahmen gegen Food Waste, der Umgang mit Trinkgeldern – all das sind Punkte, die jetzt mehr denn je Beachtung finden müssen.

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Die Realität ist, dass viele Hotels nicht nur mit der Konkurrenz kämpfen, sondern auch mit sich selbst. Ehrlichkeit in der Darstellung der Branche ist notwendig – denn hinter den Kulissen wird viel gearbeitet, und das oft ohne den nötigen Ertrag. Die Hotellerie ist ein faszinierendes, aber auch ein hartes Pflaster. Ein bisschen wie ein Tanz auf dem Drahtseil, bei dem das Gleichgewicht nicht immer gehalten werden kann.