Die Wiedergeburt der Pfefferschrotmühle: Ein Gewürzparadies in Aarau
In der charmanten Aarauer Altstadt hat sich etwas ganz Besonderes getan. Die 120 Jahre alte Pfefferschrotmühle, ein echtes Kleinod, wurde kernsaniert und erstrahlt nun in neuem Glanz. Das Team um Michael Morskoi, der sich während seiner Kochlehre für Gewürze begeistert hat, hat die alte Mühle wieder zum Leben erweckt. Hier entstehen Gewürzmischungen, Würzpasten und sogar Senf – alles handgemacht und mit viel Liebe zum Detail. Im Fabrikladen der Schlossmühle Chalira können die Produkte nicht nur online, sondern auch direkt vor Ort erworben werden, was einfach klasse ist!
Die Mühle hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich in Bözen/AG gelegen, musste sie 1974 dem Autobahnbau weichen. In den 80er-Jahren gab es sogar Projektwochen zum Thema Mahlen, bevor die Mühle in der Versenkung verschwand. 2018 kam der große Wendepunkt: Die Stadt Aarau suchte einen neuen Betreiber, und Morskoi setzte sich unter 25 Mitbewerbern durch. Ein echter Glücksgriff, wenn man bedenkt, wie viel Herzblut er in die Wiederbelebung des alten Handwerks steckt.
Pfeffer und mehr – eine Geschmacksexplosion
Der Zauber der Schlossmühle liegt nicht nur in der Mühle selbst, sondern auch in den Produkten. Morskoi und sein Team mahlen die Gewürze in kleinen Chargen und füllen sie in violette Gläser ab, die die empfindlichen Aromen vor UV-Strahlen schützen. In der Mühle werden insgesamt 25 verschiedene Gewürze und rund 35 Mischungen hergestellt – ein wahres Fest für die Sinne! Der Senf wird nach traditioneller Art im Kaltmahlverfahren auf Granitstein aus Schweizer Bio-Senfsaat produziert. Dies sorgt nicht nur für einen unverwechselbaren Geschmack, sondern auch für Nachhaltigkeit in der Produktion.
Die Gewürze selbst kommen aus einem Netzwerk, das Morskoi mit Kräuterbauern aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Griechenland, Madagaskar, Kerala und Sri Lanka aufgebaut hat. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Gewürze nicht nur unsere Gerichte verfeinern, sondern auch eine lange Geschichte als Heilmittel haben. So wirkt zum Beispiel Zimt entzündungshemmend und kann den Cholesterin- sowie Blutzuckerspiegel senken. Auch die sozialen Aspekte sind nicht zu vernachlässigen: Die Produktion von Gewürzen unterstützt den Lebensunterhalt vieler Bäuer*innen im globalen Süden, ein Umstand, der oft in den Hintergrund gerät.
Ein Ort der Begegnung und des Wissens
Die Schlossmühle ist nicht nur ein Ort, an dem Gewürze produziert werden. Sie ist öffentlich zugänglich und lädt dazu ein, mehr über die spannende Welt des Mahlens und der Gewürze zu erfahren. Der Trägerverein organisiert Führungen, die bis zu einer Stunde dauern – eine tolle Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken. Der Fabrikladen bietet neben Gewürzen auch Trockenfrüchte, Nüsse und verschiedene Teesorten an. Die Öffnungszeiten sind dienstags und donnerstags nachmittags sowie samstags von 10 bis 16 Uhr. Wer mehr über die Mühle erfahren möchte, kann Führungen auf Anfrage buchen.
Hier wird das alte Handwerk neu belebt, und das mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Qualität. Der Einsatz von biologisch angebauten Grundstoffen und die saisonale Produktion sind dabei keine leeren Versprechungen, sondern gelebte Praxis. Wenn man darüber nachdenkt, dass die Mühle einst stillstand und jetzt zu einem Zentrum für Gewürze und Begegnungen geworden ist, kann man nur staunen. Ein wahrhaft inspirierendes Beispiel dafür, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können – und das mitten in Aarau!
