Hotellerie in Deutschland: Fachkräftemangel und neue Strategien zur Zukunftssicherung beim Hospitality Summit 2026 in Bern
Die Hotellerie in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, und das schon seit einer Weile. Der Fachkräftemangel ist kein neues Thema, sondern ein anhaltendes Problem, das viele Betriebe an den Rand ihrer Möglichkeiten bringt. Am 15. Oktober 2026 wurde beim Hospitality Summit in Bern deutlich, dass die Branche nicht nur mit einer hohen Fluktuation kämpfen muss, sondern auch mit steigenden Rekrutierungskosten und dem Verlust von wertvollem Wissen, wenn Mitarbeitende in andere Sphären abwandern. Es ist ein Teufelskreis, der die verbliebenen Teams überlastet und die Öffnungszeiten sowie das Leistungsangebot einschränkt. Man fragt sich, wo das alles hinführen soll.
Gäste haben sich im Laufe der Jahre verändert. Sie verlangen mehr als nur ein Dach über dem Kopf und ein paar leckere Häppchen. Individualität, Nachhaltigkeit und authentische Erlebnisse sind jetzt die Schlagworte, die man nicht mehr ignorieren kann. Ein Trend, der in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und den wir nicht mehr ausblenden dürfen. Regionale Zusammenarbeit und Kooperationen zwischen Hotellerie, Gastronomie und anderen Akteuren sind also nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Nur so können neue Angebote entwickelt und die Profile der Destinationen geschärft werden.
Die Notwendigkeit regionaler Netzwerke
In der heutigen Zeit, in der Krisen und geopolitische Konflikte unser Reiseverhalten beeinflussen, ist es umso wichtiger, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Welche Zielgruppen bleiben langfristig relevant? Wie können wir unsere Abhängigkeit von externen Einflüssen reduzieren? Und vor allem, welche Angebote schaffen auch in unsicheren Zeiten einen nachhaltigen Mehrwert? Die Frage ist nicht, ob man kooperieren sollte, sondern wie. Regionale Netzwerke bieten hier eine hervorragende Möglichkeit, um Hotellerie, Gastronomie, Kulturinstitutionen und Freizeitanbieter enger zu verbinden.
Ein konkretes Beispiel sind regionale Ressourcenpools, aus denen Mitarbeitende saisonal oder situationsabhängig in mehreren Betrieben eingesetzt werden können. Das klingt nach einer Win-Win-Situation: Flexibilität für die Betriebe und attraktivere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. Klare Absprachen sind natürlich Voraussetzung, aber die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Zudem könnten gemeinsame Dienstleistungen in Bereichen wie Einkauf und Marketing auch das Kostenmanagement optimieren. Das könnte für viele kleine und mittlere Betriebe eine echte Erleichterung darstellen.
Maßnahmen zur Fachkräftesicherung
Laut DEHOGA fehlen in der Gastronomie weiterhin zehntausende qualifizierte Mitarbeitende, und das hat sich auch nach der Corona-Pandemie nicht geändert. Die Statistiken sind alarmierend: Rund 2.300 Gastgewerbebetriebe meldeten Insolvenz an, und die Personalkosten machen etwa 75 % der Gesamtkosten aus. Was tun? Die Branche muss sich wandeln, und zwar radikal. Bessere Bezahlung, verlässliche Schichtplanung und eine neue Arbeitskultur könnten der Schlüssel zur Bindung von Mitarbeitenden sein. Anreizsysteme, wie ein klar geregelter Trinkgeld-Pool oder Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsdienste, könnten die Attraktivität der Berufe steigern.
Und dann gibt es da die Möglichkeit, internationale Fachkräfte zu rekrutieren. Seit dem Inkrafttreten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes gibt es neue Wege, um Drittstaatsangehörige nach Deutschland zu holen. Das könnte gerade für die Gastronomie von großem Nutzen sein, denn gesuchte Berufe wie Köche und Servicekräfte könnten so leichter besetzt werden. Aber auch hier müssen Unternehmen darauf achten, dass sie attraktive Arbeitsbedingungen bieten, um die neue Generation von Mitarbeitenden nicht gleich wieder zu verlieren.
Ein Blick in die Zukunft
Die APP Unternehmensberatung AG, ein Schweizer Beratungsunternehmen, unterstützt Betriebe aus der Hotellerie, Gastronomie und Tourismus bei der strategischen Ausrichtung und der Identifizierung neuer Marktchancen. Ihre Expertise ist in diesen turbulenten Zeiten gefragter denn je. Die Frage bleibt: Wie wird sich die Branche weiterentwickeln, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen? Die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den Akteuren sind essenziell, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.
Abschließend bleibt zu sagen: Die Herausforderungen sind groß, aber mit der richtigen Strategie und einem starken Netzwerk können wir die Zukunft der Hotellerie positiv gestalten. Es braucht Mut und neue Ideen, um diesen Wandel voranzutreiben. Und vielleicht, nur vielleicht, wird dieser Weg auch von einer neuen Art der Gastfreundschaft begleitet, die nicht nur das Geschäftliche, sondern auch die Bedürfnisse der Mitarbeitenden in den Fokus rückt. Wer weiß, was die Zukunft bringt – aber eines ist sicher: Das Abenteuer geht weiter!
