Die Hotelbranche auf Mallorca hat einen ihrer großen Pioniere verloren. José Luis Carrillo Benítez, Gründer und Präsident der Hotelgruppe Hoteles Globales, ist am 5. November im Alter von 85 Jahren verstorben. Der mallorquinische Hotelverband Fehm würdigte seinen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Tourismus auf der Insel. Carrillo Benítez, der schon als junger Mann auf die Sonneninsel kam, hinterlässt ein beeindruckendes Erbe.

Aufgewachsen in Huércal-Overa in der andalusischen Provinz Almería, begann Carrillo seine berufliche Laufbahn im Alter von nur zwölf Jahren als Kellnerlehrling. Von da an ging es steil bergauf: Er arbeitete sich zum Oberkellner und schließlich zum Hoteldirektor hoch. Ende der 1960er-Jahre kam er nach Mallorca, wo er 1967 das Unternehmen Optursa gründete, das den Grundstein für die spätere Hotelkette Globales legte. Das erste Hotel, das er baute und betrieb, war das Hotel Don Pedro in Cala Sant Vicenç – ein Ort, der für viele seiner Gäste unvergesslich bleibt.

Ein Unternehmer mit Leidenschaft

In den folgenden Jahrzehnten expandierte Carrillos Hotelgruppe weit über die Grenzen Mallorcas hinaus. Mit 57 Betrieben in Spanien, Argentinien, Belgien und Nicaragua und über 4.000 Beschäftigten gehört Globales zu den größten Hotelgesellschaften auf den Balearen. Fehm hob besonders Carrillos umfassende Branchenkenntnis und seinen unermüdlichen Unternehmergeist hervor. Er war bekannt für seine persönliche Nähe zu den Mitarbeitern und seine Verlässlichkeit im Geschäftsleben. Selbst nach dem Generationswechsel, den seine Tochter Susana 2015 einleitete, blieb Carrillo eng mit dem Unternehmen verbunden.

Sein Erfolg war nicht ohne Rückschläge. Die Insolvenz der Fluggesellschaft Air Madrid, an deren Gründung er beteiligt war, war ein harter Schlag. Trotz der Schwierigkeiten stellte Carrillo sicher, dass alle Schulden beglichen wurden. Sein unternehmerisches Geschick zeigte sich auch in der Übernahme des Cook’s Club Palma Beach nach der Insolvenz von Thomas Cook. Stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, verhandelte er zuletzt über die Verpachtung von 50 Immobilien in Spanien, was Globales noch weiter hätte stärken können – auch wenn diese Verhandlungen letztendlich scheiterten.

Ein bleibendes Erbe

Für seinen Beitrag zur touristischen Entwicklung wurde Carrillo mehrfach ausgezeichnet. Städte wie Marbella und Estepona ehrten ihn, indem sie Straßen nach ihm benannten. Seine Diskretion, trotz des enormen Erfolgs seines Unternehmens, war bemerkenswert. Er mied weitgehend die Öffentlichkeit, was ihn zu einer fast mystischen Figur in der Branche machte. Carrillo hinterlässt seine Ehefrau Susana Szymanska und die Töchter Susana und Carolina, die, zusammen mit der dritten Generation der Familie, die Geschicke von Globales weiterführen werden.

Die Trauerfeier für José Luis Carrillo findet am 9. November um 19:30 Uhr in der Kirche Santa Cruz in Palma statt. Sein Lebenswerk und der Einfluss, den er auf den Tourismus auf Mallorca hatte, werden nicht nur in der Hotelbranche, sondern auch in den Herzen der Menschen, die ihn gekannt haben, weiterleben.