Heute ist der 7.08.2026, und während sich die Sommerhitze über die Schweiz legt, wird in Locarno bereits über die Zukunft des Internationalen Filmfestivals gesprochen. Maja Hoffmann, die neue Präsidentin des Festivals, hat im Jahr 2024 das Zepter übernommen und damit für reichlich Aufregung in der Tessiner Gastro- und Hotelbranche gesorgt. Die Frage, die alle umtreibt: Wird das Festival künftig früher stattfinden? Ursprünglich war eine Vorverlegung ab der 80. Ausgabe im Jahr 2027 von Anfang August auf die zweite Julihälfte angedacht. Doch Hoffmann hat klargemacht, dass noch nichts in Stein gemeißelt ist und eine Verschiebung des Festivaldatums durchaus zur Debatte steht.

In einem Gespräch betonte Raphaël Brunschwig, der geschäftsführende Direktor des Festivals, dass das Event 2024 weiterhin vom 4. bis 14. August stattfinden wird. Eine Verschiebung um mindestens eine Woche wird jedoch ernsthaft in Betracht gezogen. Die endgültige Entscheidung über die zukünftige Terminplanung soll im September fallen. Das Festival ist ein bedeutendes Ereignis im kulturellen Kalender der Schweiz, und die Unsicherheit über die Termine sorgt natürlich für Gesprächsstoff – sowohl bei Filmemachern als auch in der Hotellerie.

Die Vision von Maja Hoffmann

Maja Hoffmann ist nicht nur eine einflussreiche Kunstmäzenin, sondern bringt auch frischen Wind in die Kultur des Festivals. Ihre Motivation, das Amt zu übernehmen, kommt aus dem Dialog mit Filmemachern und Künstlern, die sie inspiriert haben. Obwohl sie sich vor der Kamera nicht ganz wohlfühlt, spricht sie lieber Französisch oder Englisch. Hoffmann hat sich nicht nur in den Künsten einen Namen gemacht, sondern auch in der Gastronomie – sie hat in Arles investiert, um die Stadt einladender zu gestalten, und den Kulturkomplex LUMA Arles ins Leben gerufen. Ihr Vermögen, geschätzt auf knapp sieben Milliarden US-Dollar, bietet ihr die Möglichkeit, Projekte zu unterstützen, ohne direkt Geld ins Festival zu stecken.

Ein besonderes Highlight unter ihren Ideen ist die jährliche Gestaltung eines Festivalplakats von einem namhaften Künstler. Für die diesjährige Ausgabe hat sie keinen Geringeren als Annie Leibovitz gewinnen können. Das Motiv? Ein Leopard in strahlendem Gelb – eine beeindruckende Wahl, die sicherlich für Aufsehen sorgen wird. Hoffmann hat zudem Film studiert und sich einen Namen als Produzentin von Dokumentarfilmen über Größen wie Lou Reed und Marina Abramović gemacht. Man könnte fast sagen, sie ist die perfekte Mischung aus Kunstliebhaberin und Geschäftsfrau.

Ein Blick in die Zukunft

Die Ambitionen von Hoffmann sind klar, und sie möchte der Schweiz etwas zurückgeben. Ihre Verbindung zur Kunstwelt ist tief verwurzelt – sie ist Präsidentin des Vereins der Kunsthalle Zürich und hat in verschiedenen Vorständen bedeutender Institutionen Platz genommen. Ihre Luma-Stiftung unterstützt kreative Projekte in einer Vielzahl von Kunstbereichen, von bildender Kunst über Fotografie bis hin zu Dokumentarfilmen. Mit einer Investition von rund 150 Millionen Euro in den Kulturkomplex LUMA Arles hat sie einen Raum geschaffen, der Kunst, Forschung und Bildung miteinander verknüpft. Der Bürgermeister von Arles erhofft sich vom Projekt einen ähnlichen Effekt wie das Guggenheim-Museum in Bilbao, das die Stadt wirtschaftlich und kulturell transformiert hat.

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In der Filmwelt wird Hoffmann als die „Königin von Arles“ bezeichnet, was gleichzeitig Bewunderung und Kritik auf sich zieht. Ihre Visionen und Investitionen sind nicht unumstritten, doch ihr Engagement ist unbestritten. Für die Hotelbranche in der Region könnte der Einfluss von Hoffmann weitreichende positive Auswirkungen haben – schließlich zieht das Festival jedes Jahr zahlreiche Besucher an, die in den Hotels und Restaurants der Umgebung untergebracht sind.

Wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten. Die Entscheidung über die zukünftige Terminplanung des Festivals wird im September erwartet, und bis dahin bleiben sowohl die Filmemacher als auch die Hoteliers gespannt, was die neue Präsidentschaft von Maja Hoffmann für die nächste Ausgabe des Filmfestivals Locarno bringen wird.