Die Sommerferien sind für viele Hotels die Hochsaison – die Zeit, in der Gäste anreisen, um sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. Doch während die Hotellerie floriert, gibt es eine dunkle Wolke am Horizont: In dieser Zeit häufen sich die Phishing-Angriffe auf IT-Dienstleister, die für die Branche unerlässlich sind. Diese Angriffe sind alles andere als harmlos. Sie zielen darauf ab, ahnungslosen Gästen täuschend echte Nachrichten zu senden, die sie dazu drängen, ihre Kreditkartendaten preiszugeben oder Zahlungen zu leisten. Ein absolutes No-Go, gerade in einer Branche, die auf Vertrauen und Sicherheit angewiesen ist!

Besonders betroffen ist der österreichische IT-Dienstleister Seekda, der Hotels mit Software für Buchungs- und Verwaltungsprozesse versorgt. Das Unternehmen hat bereits ungewöhnliche Zugriffsmuster auf seine Systeme festgestellt und informiert betroffene Kunden umgehend über die Vorfälle. Die genaue Dimension dieser Angriffe bleibt jedoch unklar. Eine Hotelkundin berichtete von einer Phishing-Nachricht, die sie per WhatsApp erhielt. Sie sollte ihre Buchung bestätigen – dabei war sie bereits bezahlt. Die Angreifer scheinen aktuelle Reservierungsdaten zu nutzen, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Das macht es für unwissende Gäste umso schwerer, die Fälschungen als solche zu erkennen.

Ein Aufruf zur Wachsamkeit

Die Warnungen vor Phishing-Versuchen kommen nicht nur von Seekda, sondern auch vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Nordrhein. Diese Attacken erfolgen über verschiedene Kanäle wie WhatsApp, SMS oder E-Mail und machen deutlich, dass die gesamte digitale Verarbeitungskette der Hotellerie für Cyberkriminelle von immensem Interesse ist. Besonders alarmierend ist, dass auch andere IT-Dienstleister, wie ibelsa, von unautorisierten Zugriffen betroffen sind. Hierbei wurden personenbezogene Daten von Hotelgeschäftspartnern und Gästen abgeflossen – Zahlungsdaten blieben jedoch zum Glück unberührt. Aber die Gefahr ist real, und der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Mecklenburg-Vorpommern hat ebenfalls eindringlich vor den aktuellen Phishing-Versuchen gewarnt.

Die Frage bleibt: Was können Hotels tun, um sich und ihre Gäste zu schützen? Die Antwort ist einfach: Wachsamkeit und schnelles Handeln sind essenziell. Das bedeutet, dass Gäste keine Zahlungslinks aus unerwarteten Nachrichten öffnen sollten. Bei Verdacht auf Phishing ist es ratsam, direkt die Bank zu kontaktieren und die Echtheit der Nachricht beim Hotel zu überprüfen. Ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen sollten immer kritisch hinterfragt werden.

Verantwortung und Pflichtbewusstsein

Die Verantwortung für die Daten ihrer Gäste tragen die Hotels selbst, selbst wenn es Sicherheitsverletzungen bei den Auftragsverarbeitern gibt. Das bedeutet, dass sie verpflichtet sind, betroffene Personen über Hackerangriffe zu informieren und Datenpannen bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu melden. Die Mitarbeitenden müssen für diese Gefährdungslage sensibilisiert werden – verdächtige Links oder Anhänge sollten niemals geöffnet werden. Passwörter, die mit betroffenen Datenbanken in Verbindung stehen, sind regelmäßig zu ändern, und es sollten stets Backup-Systeme auf ihre Aktualität überprüft werden. Und das ist längst nicht alles, denn auch die Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung ist mehr als nur ein Trend – es ist eine Notwendigkeit.

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In dieser angespannten Lage hat die HSMA Deutschland e.V. ein White Paper zur Cybersecurity in der Hotellerie veröffentlicht. Gemeinsam mit der Kanzlei Spirit Legal wurde ein Leitfaden entwickelt, der Hotels dabei helfen soll, sensible Gästedaten zu schützen und ihre Systeme abzusichern. Die Branche wird durch die Zunahme von Cyberangriffen immer mehr unter Druck gesetzt. Mit praxisnahen Handlungsempfehlungen bietet das Dokument hilfreiche Ansätze. Es thematisiert nicht nur technische, sondern auch organisatorische und strategische Schutzmaßnahmen. Die Hotellerie verarbeitet täglich hochsensible Daten wie Kreditkarten- und Reisepassinformationen – das macht sie zu einem attraktiven Ziel für Cyberkriminelle.

Der Mensch bleibt der Schwachpunkt. Die Anfälligkeit für Social-Engineering-Angriffe ist hoch, und die Angriffe beginnen oft mit Täuschungen, die nichts mit technischen Schwachstellen zu tun haben. Daher ist die Sensibilisierung der Mitarbeitenden durch Schulungen und klare Kommunikationsrichtlinien von zentraler Bedeutung. Die Branche ist aufgefordert, zusammenzuarbeiten, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Denn letztendlich geht es darum, das Vertrauen der Gäste zu bewahren und ihnen eine sichere und unbeschwerte Zeit zu bieten.