Heute ist der 19.04.2026. Die Hochsaison im Tourismus steht vor der Tür, doch die Schatten des Nahost-Konflikts werfen einen langen Schatten auf den globalen Flugverkehr. In der Schweiz sind die Auswirkungen unterschiedlich stark spürbar, insbesondere in beliebten Destinationen wie Bern, Thun und Interlaken. Die geopolitischen Spannungen und der Iran-Krieg, der Ende Februar begann, haben die globale Reiselogistik durcheinandergebracht und führen zu einem Rückgang der Gästezahlen aus dem arabischen und asiatischen Raum.

In Bern bleibt die Hotellerie vergleichsweise stabil. Das Hotel Schweizerhof Bern & Spa zieht hauptsächlich Geschäftsreisende und ein internationales Publikum an, was zu stabilen Buchungen führt. Direktor Sascha Spiegel ist optimistisch und sieht den Höhepunkt der Reisezeit erst in den kommenden Monaten. Manuela Angst, CEO von Bern Welcome, bestätigt die positive Entwicklung: Buchungen aus dem arabischen und asiatischen Raum sind kaum spürbar, da der Fokus auf dem heimischen und nahen Markt liegt. Im Januar und Februar 2026 verzeichnete Bern sogar einen Anstieg der Logiernächte um knapp fünf respektive vier Prozent.

Regionale Unterschiede im Tourismus

Im Gegensatz dazu sieht die Lage in Thun und Interlaken weniger rosig aus. Im Hotel Seepark in Thun wurden seit Kriegsbeginn stornierte Buchungen im mittleren sechsstelligen Bereich verzeichnet, insbesondere für die Monate Mai und Juni. Norbert Schmid, Geschäftsführer von Thun-Thunersee Tourismus, sieht die Region jedoch gut aufgestellt, da der Anteil an Gästen aus den betroffenen Ländern nur bei fünf Prozent liegt.

In Interlaken hat das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa seine Marketingstrategie frühzeitig auf Europa ausgerichtet, um den Folgen der Stornierungen entgegenzuwirken. Bastian Hofmann, Präsident des Hotelier-Vereins Interlaken, berichtet von spürbaren Umsatzverlusten, die jedoch nicht existenzbedrohend sind. Die Jungfraubahnen hingegen haben mit Stornierungen und Umbuchungen von Gästen aus Südostasien und Indien zu kämpfen. Sie planen, das Marketing auf Europa sowie Nord- und Südamerika zu fokussieren, falls sich die geopolitischen Auseinandersetzungen weiter hinziehen.

Fazit und Ausblick

Die Auswirkungen des Konflikts sind stark von der Hotelstruktur abhängig. Hotels, die sich auf Individualgäste konzentrieren, sind weniger betroffen als solche, die auf Reisegruppen angewiesen sind. Die Herausforderungen, die der Tourismus aufgrund geopolitischer Unruhen mit sich bringt, erfordern kreative Lösungen und Anpassungen der Marketingstrategien. Während einige Destinationen wie Bern weiterhin florieren, müssen andere wie Thun und Interlaken ihren Kurs neu justieren, um die Gäste zurückzugewinnen und auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren.

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