Heute ist der 2.09.2026, und während wir uns mit einem kühlen Glas Wein zurücklehnen, blicken wir auf eine außergewöhnliche Weinlese, die in diesem Jahr für einige Überraschungen sorgte. Auf Lanzarote wurden die ersten Trauben bereits Anfang Juli geerntet, was zeigt, dass die Vorfreude auf den Jahrgang 2026 schon früh begann. Im Penedès, wo das Weingut Gramona am 22. Juli mit der Lese startete – und das sogar vor Tagesanbruch! – ist die Stimmung unter den Winzern bestens. Diese frühen Erntezeiten sind nicht nur spannend, sondern sorgen auch für eine gewisse Nervosität, ob die Trauben genug Sonne und Wärme abbekommen haben.

In der Schweiz hingegen gab es die ersten Leseaktivitäten am 15. August. Aurèle Morf aus Moutier/JU war begeistert von seinen optimal reifen Solaris-Trauben, die in einer Höhe von 620 Metern gedeihen. Man könnte fast meinen, dass die Reben die Herausforderung der Trockenheit besser gemeistert haben als die Hitze selbst. Das bringt uns zu Pascal Matthey aus Vallamand/VD, der kleinere Beeren und Wasserstress beobachtete, was die Weine eventuell etwas härter machen könnte – nicht unbedingt ein Nachteil, wenn man die Qualität betrachtet. „Eine geringere Ernte ist nicht dramatisch“, sagt er, „schließlich bringt sie auch eine Marktentlastung.“

Die Herausforderungen des Wetters

Was die Ernte 2026 besonders prägt, sind die extremen Wetterbedingungen. Im Wallis, wo die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht den Aromen den letzten Schliff geben, zeigt sich eine positive Auswirkung der Trockenheit: Frühere Erfahrungen belegen, dass diese nicht immer negative Folgen für den Geschmack und die Lagerfähigkeit haben muss. Dennoch gab es einige Rückschläge, vor allem im Tessin, wo die Vegetationsperiode nicht optimal verlief. Und dann kam der Hagel – ein echtes Ungeheuer! Am 28. August zog ein Hagelsturm über Aargau, Zürich und Thurgau und richtete erhebliche Schäden an. Die Hagelkörner haben nicht nur Triebe beschädigt, sondern könnten auch das Wachstum im kommenden Jahr beeinträchtigen.

Die Winzer mussten schnell reagieren und griffen zur Noternte, um reife Trauben zu retten. Diese hektischen Tage waren sicherlich nicht die angenehmsten, doch es zeigt den Kampfgeist der Winzer, die immer wieder auf die Natur reagieren müssen. Trotz der Schäden, die durch den Hagel verursacht wurden, bleibt die Zuversicht groß, dass es weiterhin qualitativ hochwertigen Schweizer Wein geben wird – und das ist doch schon mal ein Lichtblick.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Was uns die kommenden Monate bringen, bleibt abzuwarten. Die Herausforderungen sind vielfältig, aber die Leidenschaft der Winzer ist ungebrochen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Weine entwickeln und welche Geschichten sie uns erzählen werden. Vielleicht wird der Jahrgang 2026 ja zu einem der großen Überraschungen der Weinwelt? Die Zeit wird es zeigen, und wir sind bereit, jede Flasche zu genießen, die uns die Winzer in die Gläser einschenken. Prost auf einen vielversprechenden Jahrgang!

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