Wiener Hotellerie warnt vor Preisdruck durch geplante Ortstaxenerhöhung auf 8 Prozent im Juli 2027
Heute ist der 5.11.2026 und die Wiener Hotellerie sieht sich einem wahren Sturm gegenüber. Die Zimmerpreise in der Hauptstadt sinken, und das nicht ohne Grund. Alexander Ipp, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), und Felix Neutatz, Obmann der Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Wien, haben bereits die Alarmglocken läuten lassen. Laut ihrer Einschätzung haben die Hoteliers die Preise zwar schon erhöht, doch eine echte Preisanpassung scheint momentan unmöglich. Die aktuelle Lage ist alles andere als rosig.
Die Ursache? Ein Landtagsbeschluss, der die Ortstaxe im kommenden Juli von 5 auf 8 Prozent anheben soll. Ein schwerer Schlag für die Branche, denn die Hoteliers sind der Meinung, dass die Einnahmen nicht ausreichen werden, um die zusätzliche Belastung durch die Steuer zu kompensieren. Bis zur Erhöhung der Ortstaxe können die Preise voraussichtlich nicht ausreichend steigen, um diese Mehrbelastung auszugleichen. Ein Teufelskreis, der die Hotels in Wien vor große Herausforderungen stellt.
Sinkende Auslastung und Einnahmen
Die Zahlen sprechen für sich: Laut der STR-Hotelbenchmark, die Daten von 183 Wiener Hotels und 32.087 Zimmern ausgewertet hat, sind die Kennzahlen für August 2026 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die durchschnittliche Auslastung fiel von 75,3 auf 74,1 Prozent, während der durchschnittliche Zimmerpreis (ADR) von 115,6 Euro auf 114,1 Euro sank. Das ist ein deutlicher Rückgang, der sich auch im Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) zeigt, der um 2,8 Prozent gefallen ist. Von Januar bis August 2026 lag der RevPAR um 2,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Vertreter der Wirtschaftskammer Wien und der ÖHV betonen die angespannte Situation: sinkende Einnahmen treffen auf steigende Kosten. Das Argument, die Ortstaxe werde letztlich vom Gast bezahlt, wird von den Hoteliers als unzureichend erachtet. Die Realität sieht anders aus – Gäste akzeptieren nicht jeden Preis. Im August lag der durchschnittliche Zimmerpreis in Wien um 1,3 Prozent unter dem Vorjahr. Ein Blick in die Zukunft zeigt: Höhere Preise könnten Wien unattraktiver machen, während das Ausbleiben dieser Preiserhöhungen die Margen der Hotels weiter belasten wird.
Forderungen der Hoteliers
Die Wiener Hotellerie ist alles andere als begeistert von der geplanten Erhöhung der Ortstaxe. Aus Sicht der Branchenvertreter sollte diese Anhebung von 5 auf 8 Prozent im Juli 2027 ausgesetzt werden. Stattdessen fordern sie, dass die Einnahmen aus der Ortstaxe intensiver für touristische Zwecke verwendet werden. Vielleicht könnte man damit auch Maßnahmen zur Klima-Anpassung von Hotels und Gastronomiebetrieben unterstützen, um den Standort Wien langfristig zu sichern.
Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die separate Ausweisung der Ortstaxe auf den Rechnungen. Das wäre nicht nur transparent, sondern könnte auch dazu beitragen, die Akzeptanz bei den Gästen zu erhöhen. Schließlich geht es hier um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Investitionen in die Zukunft. Schließlich sind es die tausenden Menschen, die in dieser Branche arbeiten, die von den Entscheidungen der Politik betroffen sind.
Die Lage ist angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Wiener Hotellerie in den kommenden Monaten entwickeln wird. Die Branche hat viel zu bieten, doch die Herausforderungen, die vor ihr liegen, sind nicht zu unterschätzen. Die Zeit wird zeigen, ob sich die Stimmen der Hoteliers Gehör verschaffen können.
