Am 27. Oktober 2026 war es soweit: Die ZFV-Genossenschaft wurde im Zürcher Kaufleuten mit dem GFM-Marketingpreis 2026 ausgezeichnet. Was für eine Ehre! Hier steht nicht nur ein Unternehmen, sondern ein ganzes Stück Geschichte im Rampenlicht. Die Jury der Gesellschaft für Marketing (GFM) hob die unternehmerische Gesamtleistung dieser traditionsreichen Organisation hervor, die vor 132 Jahren ins Leben gerufen wurde. Inzwischen umfasst die ZFV rund 220 Betriebe in den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und Kinderbetreuung. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass die Gründung auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Alkoholismus und Gewalt in Familien zurückgeht.

CEO Nadja Lang, die mit ihrer Leidenschaft und Vision die ZFV in die Zukunft führt, betonte, dass die Auszeichnung nicht primär für die Marketingstrategie verliehen wurde. Stattdessen standen die Transformation des Unternehmens, die Differenzierung im Markt und die gesellschaftliche Wirkung im Vordergrund. Lang beschreibt die ZFV als Genossenschaft ohne Kapitalanteile, die niemandem im klassischen Sinn gehört. „Der Zweck ist der Eigentümer oder die Eigentümerin“, sagt sie – ein Ansatz, der nicht nur innovativ, sondern auch zukunftsorientiert ist.

Eine bewegte Geschichte

Die Wurzeln der ZFV reichen bis ins Jahr 1894 zurück, als 15 liberale Frauen aus Zürich den „Frauenverein für Mässigkeit und Volkswohl“ gründeten. Ihre Motivation war es, die Lebensbedingungen für Frauen in der Gastronomie zu verbessern und soziale Probleme anzugehen. Mit der Eröffnung der ersten alkoholfreien Kaffeestube setzten sie ein Zeichen. Ein mutiger Schritt, der die Gesellschaft damals zum Nachdenken brachte. Im Jahr 2001 wurde das Alkoholverbot aufgehoben – das sorgte für reichlich Gesprächsstoff.

Was macht die ZFV heute so besonders? Lang nennt drei Aspekte, die das Unternehmen prägen: die Geschichte und soziale Dimension, die Gestaltung von Begegnungsorten sowie innovative Verpflegungskonzepte. Man könnte sagen, dass sie die Tradition mit einer Prise Moderne verbinden. Die Hotelgruppe Sorell ist ein Paradebeispiel dafür. Mit 13 Sorell-Häusern, darunter das Hotel Zürichberg und das Hotel Seidenhof, zeigt die ZFV, wie man alte Werte neu interpretiert. Der Name „Sorell“ erinnert an eine der Mitgründerinnen, Susanna Orelli-Rinderknecht – ein schöner Hinweis auf die Wurzeln.

Nachhaltigkeit und Innovation

Die ZFV hat sich nicht nur dem wirtschaftlichen Erfolg verschrieben, sondern auch der gesellschaftlichen Verantwortung. Mit den Statutenrevisionen von 2002 und 2024 wurden klare Ziele gesetzt: nachhaltige und gesunde Arbeits- und Lebensweisen, Chancengerechtigkeit sowie Diversität und Inklusion. Das klingt nicht nur gut, es wird auch gelebt. Lang hat eine Unternehmenskultur etabliert, die Offenheit und Lernbereitschaft fördert. Ein Ansatz, der nicht nur für Mitarbeitende, sondern auch für die Gäste von Vorteil ist.

Und was ist mit der Digitalisierung? Künstliche Intelligenz wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt – von der Angebotsgestaltung bis hin zu digitalen Concierges in der Hotellerie. Das Ziel? Eine verbesserte Effizienz und eine noch bessere Gästeerfahrung. Die ZFV ist auf einem spannenden Weg, der die Balance zwischen Tradition und Innovation hält. Irgendwie beeindruckend, wie sie es schaffen, auch im digitalen Zeitalter ihren Charme zu bewahren.

Der GFM-Marketingpreis ist also nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Bestätigung für all das, was die ZFV in den letzten Jahrzehnten erreicht hat. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieses Unternehmen weiterentwickelt und welche neuen Wege es beschreiten wird. In der Hotellerie ist die ZFV ein echter Leuchtturm – und das nicht nur wegen ihrer langen Geschichte, sondern auch aufgrund ihrer zukunftsweisenden Ansätze.