Der Flughafen Sitten, ein Ort mit jahrzehntelanger Geschichte, hat in den letzten Jahren einige Turbulenzen durchlebt. Nach dem Rückzug der Schweizer Luftwaffe im Jahr 2018 steht die zivile Nutzung jetzt im Fokus. Dieser Flughafen, im Juni 1935 eingeweiht, soll nicht nur zur wirtschaftlichen Entwicklung des Wallis beitragen, sondern auch die internationale Erreichbarkeit verbessern – besonders für den Tourismus. Doch der Nutzen für die Hotellerie? Das bleibt laut Artikel aus der htr.ch ein bisschen im Unklaren.

Im Jahr 2022 zählte der Flughafen beeindruckende 45.307 Flugbewegungen. Wusstet ihr, dass fast die Hälfte davon Freizeitverkehr war? Und etwa 35 Prozent entfielen auf Helikoptereinsätze – das klingt fast nach einem Abenteuerfilm! Geschäfts- und Charterflüge spielen da nur eine untergeordnete Rolle. Laut einer Studie der HES-SO Valais-Wallis brachte die zivile Nutzung eine Wertschöpfung von 74,9 Millionen Franken, wovon gerade mal 3,1 Millionen Franken direkt auf touristische Ausgaben entfielen. Man könnte also sagen, die Zahlen sprechen eine eigene Sprache.

Ein Flughafen mit Zukunft?

Die Wandlungen des Flughafens sind nicht zu übersehen. Mehrere Versuche, kommerzielle Flugverbindungen dauerhaft einzuführen, scheiterten. So wurde beispielsweise die Fluggesellschaft Air Mountain, die touristische Verbindungen ab Sitten anbot, im Mai 2026 für bankrott erklärt. Der erste Anlauf für eine neue Betreibergesellschaft wurde 2024 nach einer Vernehmlassung aufgegeben. Das wirft Fragen auf – was ist der nächste Schritt für die Zukunft des Flughafens?

Die Walliser Bevölkerung hat am 29. November die Möglichkeit, über ein neues Flughafengesetz abzustimmen. Dieses sieht vor, dass der Kanton und die Stadt Sitten sich an einer gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft beteiligen, um die Kontrolle über die strategisch wichtige Infrastruktur zu behalten. Unterstützung kommt von der Walliser Industrie- und Handelskammer, die ein klares Ja zu diesem Gesetz empfiehlt. Sie betonen, dass der Flughafen nicht nur für den Tourismus, sondern auch für Bergrettung, medizinische Transporte und sogar die Energieversorgung von Bedeutung ist – ein wahres Multitalent!

Öffentliche Meinungen und Herausforderungen

Doch nicht alle sind begeistert. Gegner des Gesetzentwurfs befürchten hohe öffentliche Kosten und unsichere wirtschaftliche Aussichten. Auch Klima- und Lärmbelastungen werden kritisch betrachtet. Ein Nein würde zwar den Flughafen nicht sofort schließen, könnte aber die Zukunft des Betriebs stark beeinflussen. Die Stadt Sitten bliebe bis 2031 für die Verwaltung verantwortlich, aber danach könnte die zivile Betriebskonzession neu geregelt werden – und das könnte zu einem großen Fragenzeichen werden.

In der Diskussion um den Flughafen Sitten spiegelt sich auch eine größere Thematik wider. Die Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt, wie wichtig Flughäfen für die wirtschaftliche Entwicklung sind. Sie sind nicht nur Transportknotenpunkte, sondern auch Teil der Daseinsvorsorge und entscheidend für die Lebensqualität in einer Region. In Deutschland beispielsweise profitieren viele Städte und Regionen von einem dichten Netz an Flughäfen, das die internationale Erreichbarkeit gewährleistet. Vielleicht kann der Flughafen Sitten in Zukunft auch Teil dieser Erfolgsgeschichte werden.