Bundespräsident Steinmeier: Hattingen im politischen Rampenlicht
In wenigen Tagen wird es ernst für Hattingen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlegt für drei Tage seinen Amtssitz in die beschauliche Stadt im Ruhrgebiet. Vom 22. bis 24. September ist die Stadt mit ihren rund 53.000 Einwohnern der Mittelpunkt der politischen Aufmerksamkeit. Während dieser Zeit wird die Standarte des Bundespräsidenten nicht über dem ehrwürdigen Schloss Bellevue wehen, sondern über dem Hotel Ruhr Inn, wo Steinmeier mit einem kleinen Mitarbeiterstab seine Amtsgeschäfte führt. Ein wenig wie ein Urlaubsflirt fühlt sich das an, doch die Themen, die er anpacken möchte, sind alles andere als leicht.
Der Besuch ist Teil seiner Reihe „Ortszeit Deutschland“, die 2022 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, mit Menschen in Regionen abseits der großen Metropolen ins Gespräch zu kommen und die Herausforderungen zu verstehen, die sie bewältigen müssen. Hattingen ist da ein Paradebeispiel: Die Stadt hat sich durch den Wegfall der Henrichshütte, einem ehemals florierenden Stahlwerk, einem tiefgreifenden Strukturwandel unterzogen. Die Herausforderungen sind groß: wirtschaftliche Transformation und angespannte kommunale Finanzen sind nur einige der Themen, die die Bürger bewegen. Aber auch als attraktiver Wohn- und Tourismusstandort hat Hattingen seine Stärken und zieht immer mehr Besucher an. Die pittoreske Altstadt ist ein echter Magnet!
Ein volles Programm für den Bundespräsidenten
Steinmeiers Aufenthalt in Hattingen ist prall gefüllt mit Aktivitäten, die nicht nur ihm, sondern auch den Bürgern der Stadt zugutekommen sollen. Am Dienstag, dem Ankunftstag, wird er im Rathaus mit Kommunalpolitikerinnen und -politikern zusammentreffen, um sich über die lokalen Belange auszutauschen. Später hat er ein Gespräch in der Fußgängerzone eingeplant – eine Chance für die Bürger, direkt mit ihm zu reden. Die Neugier ist groß, welche Themen auf die Tagesordnung kommen werden.
Ein besonderes Highlight wird das gemeinsame Kochen einer Kartoffelsuppe mit Jugendlichen sein. Ist es nicht schön, wenn sich Generationsgrenzen auf so einfache Weise überbrücken lassen? Man stelle sich vor, wie der Duft von frisch gekochten Kartoffeln durch die Räumlichkeiten zieht und Gespräche entstehen. Am Mittwoch wird er dann die Gelegenheit nutzen, beim Hattinger Ruderverein e. V. 1923 mit den Sportlern auf der Ruhr zu rudern. Das klingt nach einem perfekten Mix aus Sport und Geselligkeit!
Ein wichtiges Anliegen von Steinmeier ist es, die Bürger aktiv in die Diskussionen einzubeziehen. Daher wird es auch eine „Kaffeetafel kontrovers“ geben, bei der Themen wie Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und Wehrpflicht zur Sprache kommen. Und natürlich wird er auch die Gelegenheit nutzen, das Mehrgenerationenprojekt „WiWoZu – Wir wohnen zusammen“ zu besuchen und mit den Bewohnern über ihr Leben zu sprechen.
Ein feierlicher Abschluss
Am letzten Tag wird Steinmeier im LWL-Museum Henrichshütte den Bürgern der Region mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik für ihr ehrenamtliches Engagement danken. Es ist eine schöne Geste, die zeigt, wie wichtig die Menschen und ihr Engagement für die Gesellschaft sind. Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing hat bereits betont, dass dieser Besuch das ehrenamtliche Engagement in Hattingen würdigt. Ein schöner Schlussakt für eine Reihe, die nicht nur die Menschen in Hattingen, sondern auch Steinmeier selbst bereichern wird.
Bleibt nur zu hoffen, dass der Bundespräsident bei all den Terminen auch etwas Zeit findet, die Schönheit der Stadt zu genießen. Vielleicht ein kurzer Spaziergang durch die malerische Altstadt, ein kurzer Blick auf die alte Henrichshütte, während er darüber nachdenkt, wie viel Geschichte und Wandel in dieser Stadt stecken. Hattingen hat viel zu bieten, und mit einem Besuch von Steinmeier wird das beschauliche Leben hier sicherlich noch ein Stückchen bunter!
