Der Mythos Adlon lebt weiter – und das nicht ohne Grund. Felix Adlon, der Ururenkel des legendären Hotelgründers Lorenz Adlon, hat die Herzen vieler Menschen berührt, als er den Wunsch äußerte, das Hotel und seinen Namen zurückzukaufen. Wer könnte es ihm verdenken? Schließlich handelt es sich hierbei nicht nur um ein Gebäude, sondern um ein Stück Geschichte, das vor fast 120 Jahren seinen Anfang nahm. Lorenz Adlon eröffnete das Hotel 1907 am Boulevard Unter den Linden in Berlin, ein Ort, an dem sich die Crème de la Crème der Gesellschaft versammelte.

Das ursprüngliche Hotel Adlon, das mit seiner technischen Ausstattung und luxuriösen Einrichtung Maßstäbe setzte, erlebte in den 1920er Jahren einen regelrechten Boom. Prominente wie Thomas Edison und Henry Ford gaben sich die Klinke in die Hand, während Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich zur Eröffnung kam. Doch die Zeiten wendeten sich. Nach dem Zweiten Weltkrieg brannte das Hotel 1945 bis auf einen Seitenflügel nieder, und die Geschichte des Hauses nahm ihren tragischen Lauf. Der Seitenflügel diente bis in die 1980er Jahre als Hotel und Restaurant, bevor auch er verschwand und der endgültige Abriss folgte.

Ein Kampf um den Namen

Felix Adlon hat es schwer, mit dem Erbe seines Namens zu leben. „Kein Stück Seife“ kann er damit verkaufen, und doch kämpft er dafür, dass der Mythos Adlon nicht in Vergessenheit gerät. Er ist stolz auf die Geschichte seiner Familie und möchte, dass dieser Name weiterhin für Exzellenz steht. Umso überraschender war für ihn die Nachricht über die Verkaufspläne der Immobiliengesellschaft Jagdfeld, die das Hotel Adlon für mindestens 280 Millionen Euro verkaufen möchte. Ein Betrag, der nicht nur die Anleger interessiert, sondern auch die Herzen vieler Berliner, die an das alte Glanzstück gebunden sind.

Die Luxushotelgruppe Kempinski führt das Hotel seit der Wiedereröffnung 1997 nach Originalplänen. Nach dem Mauerfall wurde das Hotel neu erbaut – eine Investition von rund 400 Millionen Euro. Heute beheimatet es 307 Zimmer, 78 Suiten und mehrere Restaurants, darunter das mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Gourmet-Restaurant Lorenz Adlon Esszimmer. Hier wird das Essen zum Erlebnis, das sich Gäste nicht entgehen lassen wollen.

Ein Hotel mit Geschichte

Das Adlon ist nicht nur ein Hotel, es ist ein Symbol. Ein inoffizielles Gästehaus der Regierung, das seit 1997 viele bedeutende Persönlichkeiten beherbergt hat – von Nelson Mandela bis hin zu Bill Clinton. Auch aktuelle Stammgäste wie Emmanuel Macron und Friedrich Merz wissen den Charme des Hauses zu schätzen. Die Legende besagt, dass Michael Jackson einst sein Baby über die Brüstung eines der Balkone hielt. Das Hotel zieht nicht nur Touristen an, sondern auch Influencer, die die außergewöhnlichen Gerichte in der Brasserie Carré, wie die Adlon Currywurst mit Blattgold, in die sozialen Medien tragen.

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Im Foyer des Hotels wird um 17 Uhr das Licht gedimmt und die Titelmelodie aus dem ZDF-Dreiteiler „Das Adlon. Eine Familiensaga“ erklingt am Piano. Hoteldirektor Christian Hirt beschreibt diesen Moment als seinen Lieblingsort und die Atmosphäre als unvergleichlich. Der Elefantenbrunnen im Foyer, eine weitere Legende, erzählt von den 20er-Jahren, als angeblich Elefanten durch das Hotel geritten sein sollen. Geschichten, die den Mythos Adlon lebendig halten.

Felix Adlon ist Teil dieser Geschichte, und auch wenn die Zukunft des Hotels ungewiss ist, bleibt eines sicher: Der Name Adlon wird immer mit einem Hauch von Glamour und Geschichte verbunden sein. Vielleicht, nur vielleicht, wird sein Wunsch in Erfüllung gehen, und das Hotel wird wieder in den Händen seiner Familie liegen.