Der deutsche Hotel-Investmentmarkt zeigt sich zum Halbjahr 2026 in einer interessanten Verfassung. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 790 Millionen Euro ist er auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Das ist eine spannende Entwicklung, auch wenn das Ergebnis des Jahres 2025 um knapp 4 % verfehlt wurde. Besonders bemerkenswert ist das zweite Quartal 2026, in dem 475 Millionen Euro umgesetzt wurden – das ist schon eine Hausnummer! Über 50 Vertragsabschlüsse wurden gezählt, und das ist ein erfreuliches Zeichen, denn seit 2019 gab es das nicht mehr in dieser Höhe.

Im Vergleich zu den Vorjahren, wo wir meist nur etwa 35 Verträge sahen, war 2023 sogar ein Rückgang auf 28 Abschlüsse zu verzeichnen. Das durchschnittliche Dealvolumen liegt bei etwa 15 Millionen Euro, was seit 2022 konstant niedrig ist. Internationalen Investoren gehört ein Marktanteil von 52 %. München und Berlin bleiben die stärksten Standorte für Hotelinvestments, auch wenn die Zahlen hier leicht rückläufig sind. In München wurden 131 Millionen Euro investiert, das ist ein Minus von 50 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Berlin folgt dicht dahinter mit 128 Millionen Euro, was einem Rückgang von 29 % entspricht. Hamburg, Köln und Düsseldorf zeigen ebenfalls Veränderungen im Markt, wobei Köln mit 22 Millionen Euro einen dramatischen Rückgang von 73 % verzeichnet.

Marktdynamik und Perspektiven

Die Marktdynamik wird durch ein wachsendes Angebot an attraktiven Investmentprodukten unterstützt. Besonders im mittleren Größenvolumen finden Käufer und Verkäufer gut zusammen, was die Pipeline für Transaktionen füllt. Es gibt auch einige Großdeals über 100 Millionen Euro, die noch in den Startlöchern stehen. Diese könnten das Gesamtjahresresultat erheblich beeinflussen. Trotz der gestiegenen Finanzierungskosten, die durch die Zinswende und die Inflation ausgelöst wurden, bleibt der Markt für Investoren interessant. Es besteht die Chance, dass vor Jahresende einige dieser Großdeals abgeschlossen werden.

Ein realistisch eingeschätztes Gesamtjahresresultat liegt nahe der 2-Milliarden-Euro-Marke. Im ersten Quartal 2026 betrug das Transaktionsvolumen mit Hotel- und Beherbergungsimmobilien knapp 163 Millionen Euro, was einem Rückgang von 61 % im Vergleich zum Quartalsdurchschnitt der letzten fünf Jahre entspricht. Das rollierende Transaktionsvolumen der letzten zwölf Monate lag Ende März bei etwa 1,7 Milliarden Euro – das ist immerhin 24 % mehr als im Vorjahr. 83 % dieses Gesamtvolumens entfielen auf Verkäufe klassischer Hotelobjekte, während Serviced Apartments und sonstige Beherbergungsimmobilien einen kleineren Teil ausmachten.

Herausforderungen und Chancen

Tina Haller von Savills macht darauf aufmerksam, dass die Insolvenzen von Hotelbetreibern eine Reflexion des Marktes bei Investoren und Betreibern auslösen. Steigende Betriebskosten, insbesondere für Energie und Personal, setzen die Betreiber unter Druck. Gleichzeitig bieten diese Insolvenzen Chancen für strategische Partnerschaften und neue Möglichkeiten für Kapitalgeber. Deutschland bleibt trotz aller Herausforderungen ein Markt mit hohem Investoreninteresse. Die Fundamentaldaten sind stark, besonders aufgrund des geringen Angebotswachstums.

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In der aktuellen Lage ziehen auch Core-Investoren, einschließlich deutscher institutioneller Anleger, verstärkt ihre Aufmerksamkeit auf den Hotelmarkt. Betreiber mit effizienten Konzepten und einer hohen Technologieaffinität sind gefragter denn je. Und man darf nicht vergessen: Hotels werden zunehmend als Alternativen für Büro- oder Einzelhandelsimmobilien betrachtet. Die Aussichten sind also durchaus vielversprechend, auch wenn der Weg dorthin steinig ist.