Heute ist der 7.10.2026, und während die Blätter draußen in bunten Farben leuchten, werfen die aktuellen Tourismuszahlen in Mecklenburg-Vorpommern einen eher schattigen Blick auf die Branche. Der Herbst steht vor der Tür, und das Land möchte vor allem mit Naturerlebnissen und kulturellen Angeboten Urlauber anlocken. Doch die Erwartungen sind – ehrlich gesagt – eher verhalten. Das Statistische Amt berichtet von 4,8 Millionen Gästen und 18,9 Millionen Übernachtungen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres. Das klingt erst einmal gut, ist aber nur das zweitbeste Ergebnis seit 1990. Im Vergleich zum Vorjahr gab es zwar 4,3 Prozent mehr Gästeankünfte, aber die wirtschaftliche Lage der Betriebe lässt zu wünschen übrig.

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes in MV, Lars Schwarz, bringt es auf den Punkt: Viele Gäste bringen nicht das nötige Kleingeld mit. Weniger Ausgaben in Restaurants, für Dienstleistungen und in Geschäften drücken den nominalen Nettoumsatz der Betriebe, der von Januar bis September 2023 im Schnitt um 2,6 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum lag. Das Gastgewerbe steuert auf das siebte Verlustjahr in Folge zu. Ein Umstand, der nicht nur die Hoteliers, sondern auch die gesamte Region betrifft.

Herausforderungen und Chancen

Minister Wolfgang Blank hat klar erkannt, dass die Branche neue Besuchergruppen erschließen muss, und zwar vor allem internationale Gäste. Obwohl von Januar bis Juli 2023 5,5 Prozent mehr internationale Besucher in Mecklenburg-Vorpommern gebucht haben, waren es 3,1 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr. Mit 561.000 internationalen Gästen von 18,9 Millionen Übernachtungen ist das Potenzial zwar da, aber es bleibt ungenutzt.

Die Ferieninsel Usedom zeigt sich da etwas optimistischer: Die Buchungslage in den Herbstferien wird als „gut bis sehr gut“ beschrieben. Immerhin gibt es noch freie Kapazitäten in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, und die Naturhighlights wie die Kranichrast und die farbenfrohen Wälder ziehen viele Urlauber an. Kulturelle Veranstaltungen wie das Usedomer Musikfestival machen das Angebot rund, aber die Herausforderungen bleiben. Schwarz weist auf steigende Personalkosten, höhere Energiekosten und Warenpreise hin, die die Branche unter Druck setzen. Zudem befürchten 52,9 Prozent der Betriebe, dass die Anhebung des Mindestlohns ab Januar 2024 für höhere Preise sorgen wird.

Die Stimmung im Herbst

Im Oktober 2022 wurden mehr als 700.000 Gästeankünfte und rund 2,8 Millionen Übernachtungen verzeichnet, was ein Plus von rund elf Prozent bei Ankünften und zehn Prozent bei Übernachtungen in den letzten zehn Jahren bedeutet. Der Herbst in Mecklenburg-Vorpommern hat also durchaus seine Reize! Kraniche, die über die Strände ziehen, und die kühle, frische Luft – das ist einfach traumhaft. Dennoch bleibt die Unsicherheit: Nur 16,1 Prozent der Betriebe bewerten ihre wirtschaftlichen Aussichten als gut oder sehr gut. Fast die Hälfte der Betriebe sieht die Zukunft eher düster.

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Die Notwendigkeit, das Image der Region nach der Landtagswahl am 20. September 2023 zu pflegen, wird immer dringlicher. Einige Urlauber scheinen sich von Mecklenburg-Vorpommern abwenden zu wollen. Peter Kranz von der MV-Tourismus GmbH fordert mehr Impulse für die Infrastruktur und nachhaltige Erreichbarkeit, insbesondere mit der Bahn. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Branche im kommenden Herbst entwickeln wird. In der Luft liegt ein Hauch von Hoffnung – und vielleicht auch ein bisschen Nervosität.